Allerdurchlauchtigster Großmächtigster König, Allergnädigster König und Herr,

1771, die Kolonisten

erreichen Hemsdorf

D a s V o r w e r k  H e m s d o r f
Den Ausgangspunkt möchte ich in den Zeitraum nach dem Dreißigjährigen Krieg setzen. Der Dreißigjährige Krieg, von 1618 bis 1648 , wurde größtenteils auf dem Gebiet des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation ausgetragen. Seine Brutalität, die lange Dauer, das unsägliche Leid der Zivilbevölkerung und die mit dem Krieg einhergehenden Hungersnöte und Seuchen stellte alles bis zu diesem Zeitpunkt dagewesene in den Schatten und entvölkerte manche Landstriche zu über 66 %. Der Dreißigjährige Krieg begann als Glaubenskrieg und endete als Machtkampf zwischen den katholischen Habsburger Kaisern (die Spanien, Österreich, Böhmen, große Teile von Italien und die südlichen Niederlande kontrollierten, und mit Hilfe der katholischen deutschen Fürsten um ihre traditionelle Macht in Deutschland kämpften) und den protestantischen Franzosen und Schweden (mit Hilfe der protestantischen deutschen Fürsten). Resultate des Krieges: • Religionsfreiheit • Zerstörung und Verarmung der deutschen Länder • Frankreich wird das mächtigste Land in Europa • Das Heilige Römische Reich wird eine bedeutungslose Formalität
Im Westfälischen Frieden von 1648 wurde das Territorium des Erzstifts Magdeburg, also der weltliche Besitz des Erzbischofs von Magdeburg, als erbliches Herzogtum Magdeburg dem Kurfürstentum Brandenburg zugesprochen. Diese Bestimmung trat nach dem Tode des letzten Administrators Herzog August von Sachsen-Weißenfels im Jahre 1680 in Kraft. 1)
Beim Übergang des Erzstifts an Brandenburg wurden 1 6 8 3 im Steuerrevisionsprotokoll als Amtmann von Dreileben Eberhard Höchenberg genannt und Hemsdorf mit der Schreibweise Hembstorff als zugehöriges Vorwerk oder als „Hof Hembstorff“ bezeichnet. Zum Amt gehörten die Dörfer Dreileben , Groß Rodensleben , Wellen , Ochtmersleben , Druxberge und Drackenstedt . 2) 1785 und 1820 wurde auch Hemsdorf genannt, welches sonst wohl zu Dreileben zugerechnet wurde. Die jetzt kurfürstliche Kammer in Magdeburg, die an Stelle des Domkapitels in brandenburgische Zeit zuständig wurde, verpachtete das Gut Hemstorf an Valentin Schünemann und nannte es „Vorwerk“. 2) Den Garbenzehnt behielt jedoch die kurfürstliche Kammer in Magdeburg den es ein Jahr zuvor von Rosine Juliane Krosigk, geb. Cloß, für die gesamte Feldmark erhalten hatte. Man kann darüber spekulieren, dass Schünemann, wie auch der spätere Verwalter Hahne , von dem wir es wissen, mit seiner Familie und auch um die 20 Personen zur Bewirtschaftung des Vorwerks in Hemsdorf lebte und wirtschaftete.
Weitere 9 erzbischöfliche bzw. fürstliche Ämter waren: Amt Alvensleben, Amt Wanzleben, Amt Weferlingen, Amt Wolmirstedt, Amt Ummendorf, Amt Sommerschenburg,
Die der Hemsdorfer Geschichte zuzuordnende Besiedlung durch Kolonisten fällt nach dem 7jährigen Krieg (1756 bis 1763) in die zweite Kolonisationsperiode Preußens , die um 1763 begann und 1780 endete. Um 1760 oder schon früher wollte der König unrentable oder entlegene Vorwerke abstoßen. Damit wollte er Reparaturkosten für dessen Instandhaltung und andere unnötige Ausgaben einsparen. Die kurfürstliche Kammer hatte 1763 die Weisung erhalten, nur die kleinsten, besonders vom Feinde abgebrannte und verwüstete Vorwerke abzubauen. Solche gab es aber kaum oder gar nicht. [Auch Hemsdorf zählte keinesfalls als unrentables Vorwerk.] Kolonisten die sich für rentablere Vorwerke bewarben wurden abgelehnt.“ 3)
Dennoch, 1770 wurde der Erbverpachtungsplan durch die Kammer genehmigt und drei Ausschreibungen zur Erbverpachtung in den „Intelligenzblättern von Halle und Magdeburg bekannt gemacht, obwohl man eigentlich in der Entscheidung die Verpachtung an einem Pächter bevorzugte. 4)
Bald darauf meldeten sich einige Kolonisten aus der Kurpfalz. Abraham Rau und 5 andere Pfälzer waren noch 1770 nach Magdeburg gereist, und hatten sich das Vorwerk Hemsdorf zeigen und zum zum Abbau bewilligen lassen 3) Das Dreilebener Vorwerk Hemsdorf kam auch in Betracht, weil es zu dieser Zeit eigentlich nicht mehr zur Domäne Dreileben gehörte, da es schon verpachtet war. „Später teilten diese jedoch mit, daß die Auswanderung aus der Pfalz nach Preußen jetzt auch nicht einmal gegen den gewöhnlichen Abschoß (Zahlung einer Art von Steuer oder das Freikaufen für die Auswanderung aus einem Land oder das Verlassen eines Ortes.) geschehen dürfte. Trotz preußischer Vorstellung dürfte ihnen das Kaufgeld nicht verabfolgt werden. Sie baten, man möchte ihnen das Vorwerk mit allen Zubehör ohne die ausbedungene Kaution übergeben. Den Erbzins wollten sie ¼ Jahr im Voraus bezahlen, auch sich durch ordentliche Wirtschaft, Fleiß und Treue der königlichen Gnade würdig zeigen“ 3)
Der Afterpächter des Hemsdorfer Vorwerks zu dieser Zeit war ein Christian Hahne . Hahne hatte mit seiner Frau 3 Kinder und das dazugehörige Gesinde betrug ca. 20 Personen. Ob er die Konditionen der Pachtverträge von Valentin Schünemann übernommen hatte ist mir nicht bekannt. Hahne bekam den Auftrag das Vorwerk für die Ansiedelung von 4 Kolonisten aus dem Hessen-Darmstädtischen vorzubereiten. Dafür konnte Hahne noch für 1 Jahr auf dem Vorwerk auf 10 Morgen Acker, 1 Morgen Wiese wirtschaften und gegen Bezahlung des Weidegeldes etwas Vieh halten. 3)
Das Kurfürstentum Pfalz. Wappen und Karte in der beschriebenen Zeit. Die ersten Familien von Kolonisten kamen aus dem Hessen- Darmstädtischen.
P l a t z h a l t e r Geld
Die 4 Kolonistenfamilien baten bei der Inaugenscheinnahme des Vorwerks darum, 14 weitere Familien aus ihrer Heimat mitbringen zu dürfen. Für diese 4 K o l o n i s t e n f a m i l i e n waren Wohnungen im „Langen Haus“ vorgesehen. Diese bewohnten Tagelöhner, die auf dem Vorwerk für den Pächter arbeiteten. Christian Hahne ließ die Wohnungen beräumen und stellte diese noch vor der Ernte [September/Oktober?] 1770 den Hessen-Darmstädter als Wohnung zur Verfügung. Zum damaligen Zeitpunkt hatte das „Lange Haus“ nur zwei Eingänge mit den darin befindlichen Räume. Der hintere dritte Aufgang, zur Schrote hin, wurde erst später durch den Gutsbesitzer Raecke für seine Arbeiter angebaut. Die Kolonisten erhielten jeder Reise-, Zehr-, und Wartegeld für sich und ihre Familien in Höhe von 2 gr. Tag und Person, 60 rt. zur Reparatur ihrer Häuser und zu Stallbauten.3)
 Das "Lange Haus", schon weit vor 1770 erbaut, diente den ersten Siedlern als Unterkunft. Der hier sichtbare linke Teil mit den drei Fenstern oben und unten existierte damals noch nicht. Aufnahme R.W. um1980
Szene aus dem 30-Jährigen Krieg auf einem Gemälde von 1884 (Ernest Crofts)
Friedrich der II. , "Der Alte Fritz", war maßgeblich verantwortlich für die Kolonisierung in Hemsdorf
Mit dem Edikt von Potsdam aus dem Jahr 1685 holte der Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg Tausende Hugenotten aus Frankreich in den Raum Berlin, um die Wirtschaft neuen Aufschwung zu verleihen und gleichzeitig der Verfolgung wegen ihres protestantischen Glaubens Schutz zu geben. Nach dem Tod seines Vaters, Friedrich Wilhelm I. , ( Soldatenkönig ), setzte Friedrich der II. ( Der Große ), die Kolonisierung fort, um vor allem mehr Bauern nach Preußen zu bekommen
Friedrich Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg (Großer Kurfürst), begann mit der Kolonisierung.
„Der Fußboden sämtlicher 4 Stuben, die ein Kolonist bekam, war nur aus Erde und naß und mußten von der Kammer im Herbst ausgebolt und gründlich repariert werden. Bereits im Sommer hatten sie das Holz zum Bau ihrer Scheunen, die sie wegen der Unebenheit des Geländes vor die Häuser setzen wollten, in der Alvenslebener Forst aufgehauen bereitliegen. Aber niemand wollte ihnen, wie daß so üblich war, gegen Reichung von Essen und Trinken das Holz anfahren. Es bedurfte etlicher scharfer Ermahnungen seitens der Kammer an das Amt Alvensleben , die dortigen Amtsuntertanen mit Strenge zum Anfahren des Kolonistenholzes anzuhalten.
Den 4 Anbauern wurde noch vor der Ernte 40 Morgen [10 ha] kultivierten Vorwerksacker übergeben, ohne daß sie die Aussaat, das Pflügen und die Düngung zu bezahlen brauchten, dazu 4 Morgen Wiese.“ 3) Sie konnten auf sämtliche Äcker anbauen und brauchten keine Brache zu halten. Auch konnten sie so viele Schafe und Schweine halten, wie sie durch den Winter bekommen glaubten. 12 Stück Rindvieh durften sie gegen Hirtenlohn unter das Vorwerksvieh treiben. Weidegeld, brauchte sie für ihre 4 Pferde auch nicht zahlen und Federvieh durften sie ebenfalls halten.“ 3)
.
„Die Pfälzern Kolonisten Abraham Rau und Konsorten konnten zu Erbpacht des Vorwerks keine Kaution stellen, da ihre Vermögen in der Pfalz beschlagnahmt war. Sie baten, ihnen die Erbpacht auch ohne Kaution zu überlassen, wurden mit ihren Gesuch jedoch abgewiesen. Nach der Meinung der Kammer würden sie nämlich das Vorwerk bei einem Anfang ohne Vermögen nicht halten können, sondern binnen kurzem zu grunde gehen. Dann wäre auch das Vorwerk heruntergewirtschaftet. Es hatte sich auch bereits andere Interessenten dafür gemeldet. Im September 1770 gelangten die Verhandlungen zwischen der Kammer und Philipp Weber aus Pfalz-Zweibrücken zugleich im Namen einiger Landsleute zum Abschluß. Weber verpflichtete sich, noch 15 ausländische Familien aus seiner Heimat zur Erbpacht des Vorwerks mitzubringen. Er ging die gleichen Bedingungen ein, die den abgewiesenen Pfälzern gestellt wurden: Erfüllung des bisherigen Pachtanschlages von 1656 rt. 11 gr. 1 Pf., ¼ in Fridrichsdor, ¾ in preußischen Kurant zu 2- und 4-Groschen-Stücken in 4 Quartalen jedesmal im voraus zu zahlen. Eine Erbpacht ist vor Antritt der Erbpacht von den Kolonisten als Kaution in vollgültigem Gelde bar zu erlegen. Das Vorwerk soll Webers Angebot gemäß unter den 20 Familien verteilt werden, wobei es den bereits dort angesetzten 4 Ausländern frei steht, gegen Zahlung eines entsprechenden Teils an Kaution und Pacht in die Erbpacht miteinzutreten. Die jetzt erhaltenen Wiesen und Äcker würden jenem bei der späteren Vorwerksverteilung angerechnet werden. Jeder von ihnen sollte dann weiter 60 rt. Baugeld erhalten. Jeder Erbpächter empfängt 120 rt. Baugeld und noch Meilengelder, 2 gr, pro Meile und Person. Weber muß sich bis Weihnachten wieder in Magdeburg einfinden, eine positive Erklärung über die Annahme der Erbpacht abgeben. Wenn bis Weihnachten diese Jahres die Erklärung über die Erbpachtung des Vorwerks nicht erfolgt, auch die Hälfte der 4 Kautionen nicht in gutem vollwichtigem Geld bezahlt ist, behält sich die Kammer vor über das Vorwerk anderweitig zu verfügen. Nach der Erfüllung der Bedingungen soll ihm und seinen Konsorten das Vorwerk Trinitatis 1771 übergeben werden.“ 3)

Peter Weber und Konsorten ……

so wurden sie Angekündigt und so findet man die Namen zusammengefasst in den Unterlagen der Akten des Amtes Dreileben, das 1771 für den Ort
Hemsdorf zuständig war. Doch Dank der Fleißarbeit von Rudolf Werner wissen wir mehr. Durch seine unermüdlichen Recherche, ist auch einiges zu den mitgereisten Familien und Personen bekannt geworden.
Johann Peter Herpel *geb. um 1724, Colonist und Erbpächter ab Sommer 1770 (?) in
Hemsdorf, der Geburtsort ist nicht bekannt. Eingewandert aus Alsbach bei Zwingenberg, im Hessisch- Darmstädtischen. Verstorben (08.07.) 1783 in Hemsdorf. Herpel war mit Marie Elisabeth Einacker verheiratet. Fünf Kinder gehörten
zur Familie: Herpel Christine 17 Jahre, Barbara 11Jahre, Anna Gertraude 8 Jahre, Margaretha Barbara 6 Jahre, Catharina Elisabeth 1 ½ Jahre; Nach dem Frühen Tod ihres Mannes, heiratete Marie Elisabeth Einacker den Colonisten und Erbpächter Andreas Zubrodt, welcher auch aus Alsbach, dem Herkunftsort ihrer Familie stammte.
Andreas Zubrodt gehörte zu den ersten vier Siedlern und hatte Ackerflächen neben denen der Herpels. Auch wohnten beide Familien im ehemaligen Arbeiterhaus des Vorwerks, dem „Langen Haus“
Abraham Rau, aus Flörsheim (?) aus der Chur-Pfalz stammend, hat 1772  sein Erbgut, für 324 rt., an Peter Mack (dessen Sohn Johannes) verkauft und ist nach Niedleben verzogen. Kinder von Johann Matthes, aus Auerbach im Darmstädtischen stammen.  Bei der Ankunft 1771 in Hemsdorf:  Johann Peter 21 Jahre, Johannes 17 Jahre, Apolonia 15 Jahre, Anna Barbara 12 Jahre und Valentin 10 Jahre Trinitatis ist der  erste Sonntag nach Pfingsten, und fiel 1771 auf den  26. Mai. Peter Weber und Konsorten
 Hartmann, Georg;  Herpel, Johann Peter, 1783 †;  Horbach, Peter;  Horbach, Johannes Adam;  Horbach; Michael;  Jung, Emanuel;  Jung, Daniel;  Jung, Emanuel;  Mack, Peter;  Mack, Johann;  Miehe?, Peter;  Mann, Johann Philipp;  Kalb, Johannes  Spieß, Philipp;  Pfeiffer, Jacob;  Pohl, Jacob  Poth, Johann Heinrich;  Rau, Abraham;  Matthes, Johann Peter Vornhoff, Heinrich;  Weber, Peter;  Rach, Abraham  Flick, Johannes Peter  Willig, Johann Heinrich;  Zubroth, Andreas
Am 18 Mai 1787, hat Peter Flick sein Erbschaftsgut dem Müllermeister Johann Joachim Jacobs für 2000 Taler verkauft.
In den ersten Bestehungsjahren der „Colonie“ Hemsdorf, hat es schon viele Veränderungen durch Todesfälle und Besitzwechsel gegeben.
Der Erbpächter  Johann Philipp Kalb aus Zwingenberg im Hessisch- Darmstädtischen stammend, verstarb da selbst
und hinterließ seine Frau Christine (?) und Kinder: Sophia 22 Jahre, Maria Elisabeth 18 Jahre, Barbara Lisbeth 14 Jahre und Elisabeth 9 Jahre. Adam Horbach aus Hinzweiler stammend, hat das Erbschaftsgut des Johann Philipp Kalb in Erbpacht übernommen.
Am 18 Mai 1787, hat Peter Flick sein Erbschaftsgut dem Müllermeister Johann Joachim Jacobs für 2000 Taler verkauft. Die He m s d o r f e r  K o l o n i e oder wie alles begann…
Friedrich Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg (Großer Kurfürst) 16.02.1620 Schloß zu Cölln (Berlin) - 09.05.1688 Schloß zu Potsdam Grabstätte: Dom zu Berlin
Wenn die Kolonisten heute mit GPS unterwegs gewesen wären, hätten sie möglicherweise je eine dieser Routen genommen. (Kartenausschnitt mit Google Maps erstellt.
Die rechte Karte zeigt aus heutiger Sicht die möglichen Reisewege, aus dem Gebiet Zweibrücken an. Ähnliche war vielleicht auch die Strecke von Peter Weber und Konsorten . Um die Verhandlungen zu führen und den „Umzug“ zu organisieren, gingen einige diesen Weg sogar mehrmals. Die Strecke würde heutzutage 64,653 Meilen oder 486 km betragen.
Links die Route von Abraham Rau und Konsorten aus dem Kurpfälzischen . Hier sind es immerhin auch noch 49,917 Meilen oder 376 km. Allerdings muss man bedenken, dass die Wege und „Straßen“ zu dieser Zeit anders beschaffen waren als heute.
Karten erstellt mit Google Maps
Es waren überwiegend Bauern , darunter 2 Leibeigene , 1 Schmied , 1 Leineweber , 1 Maurer , 1 Tagelöhner . Sie reisten mit Pferd und Karren, auf dem sie ihre Habe mit sich führten. Einige ließen ihre Güter, Mühlen, Pferde, Wagen und Vermögen zurück, das von ihren Verwandten in der Heimat verkauft bzw. nachgesandt werden sollte. Sie hatten alle Vermögen über 50 rt., viele 200 –400 rt. Sie brachten ihr Dienstpersonal an Knechten und Mägden gleich mit. Die Kolonisten kamen aus dem Darmstädtischen, Kurpfalz, aus der Rheingräflich-Grumbachschen Herrschaft (bei St. Wendel (heutige Saarland]), Kurmainz, der Freiherrlich-Andreanischen Herrschaft. Sie gehörten meist der reformierten Konfession an. Schon im Mai begannen sie mit dem Bau ihrer Häuser in Hemsdorf. Sie empfingen nach und nach 2160 rt. Bau- und 378 rt. Meilengelder, aber keine Freijahre, da sie kultiviertes Land übernahmen.“ 3)
Philipp Weber reiste entgegen seines Vorhabens erst im Januar 1771 mit noch einigen Siedlungswilligen nach Magdeburg an. In den vorherigen Wochen fiel so viel Schnee, dass er es nicht bis Weihnachten schaffte. Auch konnten sie nur 125 rt. bei der Kammer hinterlegen und versprachen bis Ostern den Rückständigen Teil der Kaution zu bezahlen. Als „Pfand“ sollte der eingezahlte Betrag dienen, der ihnen dann bei Nichteinhaltung der Versprechen verlustig ging. Durch den Winter hatten sie in der Heimat ihre Hab und Gut noch nicht zu Geld machen können. Durch die verzögerte Anreise befürchteten sie schon, dass das Vorwerk anderweitig vergeben wurde.
Für die Pacht und alles weitere wollte einer für alle und alle für einen einstehen. Sie wollten dann bis Ostern 1771 nach Hemsdorf zurückkehren und mit den Bau der Häuser beginnen. Damit war die Kammer einverstanden und Philipp Weber reiste mit seiner Abordnung Richtung Zweibrücken zurück. Im März 1771 wurden in Frankfurt am Main , bei den preußischen Gesandten Hochstetter zu Praunheim , etliche Gelder als Kaution eingezahlt. Hochstetter zu Praunheim meldete im Mai, daß bis auf 2 Familien alle nach Hemsdorf unterwegs waren. Einige Frauen hielten sich noch bei ihm auf, da die Männer noch nicht eingetroffen sind und der alleinige Weiterreise wäre wegen der Überfälle, auch auf reisende Kolonisten, zu gefährlich.
Einer für alle      und  alle für einen Die Übergabe des Dreilebener  Vorwerks Hemsdorf      an die neuen Eigentümer und dessen Verteilung
„Im Juni 1771 übergab der Kriegs- und Domänenrat Beyer in Anwesenheit des Oberamtmannes Runde von Dreileben , des Pächters Christian Hahne den Pfälzern und den vier ersten Kolonisten aus dem Hessen-Darmstädtischen, die mit in die Erbpacht eintraten, das gesamte Vorwerk. Einiges überzählige Inventar bezahlten die Kolonisten dem abziehenden Pächter. Das übrige an Pferden, Schafen, Schweinen, Ackergeschirr und Ackergeräten ließ Beyer Hahne mit sich weg nehmen, da die Kolonisten nicht darauf eingerichtet waren, ein starkes Superinventar zu bezahlen.
Oberamtmann ist eine höhere Verwaltungsperson. heute vergleichbar mit der Amtsbezeichnung Landrat. Die Landräte waren vom König angewiesen, die Ansiedlung persönlich wohlwollend zu begleiten.
Nun erhielt der Domänenpächter des Amts Dreileben den Auftrag, das Land unter den Kolonisten nach einen Plane zu verteilen. Danach sollten die Vermögendsten große Wirtschaften erhalten, die vorhandenen Gebäude übernehmen und dafür den übrigen zu deren Etablissement die entsprechende Summe Geldes geben und ihnen beim Bau ihrer Wirtschaft mit dem Gespann helfen. Dadurch würde eine getrennte Wirtschaft eines jeden Kolonisten entstehen und aller Hader und Zank in der Folge vermieden werden.
Zunächst mußten ja die Siedler die Ernte gemeinsam einbringen und untereinander verteilen. Bald entstanden Streitigkeiten und Unordnung in der Kolonie. Philipp Weber stellte der Kammer vor, wie die jetzige Wirtschaft seiner Kameraden so unordentlich wäre, daß er voraussehe, das ganze Etablissement nicht bestehen, sondern der Vermögende mit dem Bedürftigen zugrunde gehen müssen, wenn sie nicht bald auseinandergesetzt und eine ordentliche Wirtschaft eingerichtet würde.
Der große Teil seiner Kameraden machte sowenig zum Bau als zum Pflügen der Brachfelder die geringste Anstalt. Die Wände um den Garten würden mutwilligerweise ruiniert, die Früchte unreif abgerissen und es ginge überall höchst konfus her. Niemand wollte dem anderen gehorchen, und noch weniger würde die geringste Anstalt zur Anschaffung der nötigen Ackergerätschaften gemacht .
Einer für alle (?)      und  alle für einen (??)
Er wollte daher bitten, daß sie des baldigsten auseinandergesetzt und einem jeden sein Eigentum angewiesen werden möchte, damit wenigstens die guten Wirte in den Stand gesetzt würden, das Ihrige zu erhalten und Abgaben zu entrichten. Nach der Ernte teilten die Hemsdorfer die Gärten untereinander. Über die Gebäudeverteilung konnten sie sich noch nicht einigen. Der Domänenpächter schlug ihnen vor, die Gebäude in Teile zu teilen und gegen Bezahlung den Meistbietenden unter ihnen zu geben, das daraus gelöste Geld untereinander zu verteilen. Danach kämen acht Familien auf den Vorwerkshof zu wohnen. Die vier ersten Kolonisten hatten ihre Wohnungen und Scheunen ja bereits. Die übrigen sollten ihre Wohnhäuser an der Straße so aufbauen, daß mit den dort stehenden alten Gebäuden in eine gerade Linie kamen. Ende des Jahres 1771 sind endlich die Vorwerksgebäude für 1049 rt. unter den Kolonisten versteigert. Die übrigen Siedler hatten je 80 Quadratruten zur Baustelle [was ungefähr 1137 entspricht, da die Rute unterschiedliche Maße haben konnte]. Vier nahmen den Kuhstall zur Wohnung und Stallung; zwei wohnten im alten Pferdestall. Ihre Häuser bauten sie in der Folgezeit recht klein, wie wir einem Bericht des Amtes an die Kammer von 1787 entnehmen: Sie reichten kaum für die Besitzer und ihre Wirtschaften aus, geschweige denn, daß ein Mietsmann darin aufgenommen werden konnte.“ 3)
In der Ackerverteilung ließ Weber auch Rundes Einmischung nicht zu und sicherte sich einen größeren Anteil. Mack hatte zwei Anteile an sich gerissen. Er stahl Getreide, wollte Flick erstechen und stiftete täglich Unruhe. Die Ganze Gemeinde lebte in ständigem Zank und Streit. So baten Weber und einige andere um die Exmission des Mack . Ihnen wurde aber von der Kammer bedeutet, daß es nicht anginge, jemanden aus einer Gemeinschaft zu verstoßen, der einmal darin aufgenommen wäre, zumal man dazu im gegenwärtigen Fall nicht hinlängliche Ursachen hätte.
Mack wurde unter Strafandrohung zur Ruhe verwiesen. Um dem Streit der Kolonisten ein Ende zu bereiten, setzte der Domänenpächter 1772 Weber zum Richter und Philipp Mann zum Schöppen in Hemsdorf ein.
Im Juni 1772 (?) war der Landmesser Mayer mit der genauen Vermessung der Gemarkung fertig. Nach seinem Riß erhielten, ausschließlich der Wiesen bei Rothensee, 4 Hemsdorfer Ackerleute  je 2 Hufen 12 Mg. 100 Ruten  Acker,  1Mg. 78 Ruten Wiesen, 67 Ruten Garten 1 Halbspänner 1 H.  24 Mg. 75 Ruten Acker, 1Mg.  14 Ruten Wiesen, 50 Ruten Garten;
5 Halbspänner je 1 H. 6 Mg. 50 Ruten Acker, 129 Ruten Wiesen, 34 Ruten Garten;
7 Kossäten (darunter die 4 ersten Kolonisten) je 18 Mg. 25 Ruten Acker,  65 Ruten Wiesen, 17 Ruten Garten; 3 Kossäten  je 5 Mg.  Acker,  16 Ruten Wiesen, Zur Mühle kamen 90 Ruten  Acker, Zur Schule kamen 3 Mg.  Acker, Die Landverteilung
Es waren auf der Feldmark Hemsdorf 16 Ackerstücke vorhanden. Diese wurden in schmale Streifen zerschnitten. Von jedem Stück erhielt jeder Kossät, außer den 5-Morgen-Besitzern, die an drei Randstellen ihr Land bekamen, der Schule und Mühle, einen Anteil, die 4 Anspänner mindestens 1, gelegentlich auch 2 getrennte Teile. Besaß dieses in der Börde gelegene Vorwerk mit seinen guten Boden, auf dem überwiegend Gerste, Weizen, Roggen geerntet wurde, eine geschlossene Feldmark, die auch –– welchen Vorteil in der damaligen Zeit! –– von der Koppelhut durch andere Interessenten frei war, so ließ die Ackerverteilung vom Standpunkt der damaligen Landwirtschaft und der Forderungen tüchtiger landwirtschaftlicher Schriftsteller viel zu wünschen übrig: Warum wurde hier der Flurzwang , diese lästige und schlechte Gewohnheit, eingeführt, damit der Faule mit dem Fleißigen zu säen und zu ernten gezwungen und eine rationelle Futterwirtschaft, der Anbau von Futterkräutern unmöglich gemacht wurde? Dazu kam noch die Haftung in solidum [in Solidarität, also gemeinsam] , die den Fleißigen im Fortschritt hemmte und den Faulen stützte, wie die Kolonisten bald einsahen.
Flächenmaße: Wie auch andere Maßeinheiten variieren auch die Flächenmaße in Deutschland in den einzelnen Regionen und Ländern seiner Zeit stark untereinander. Das Maß wurde durch jene Fläche bestimmt, die mit einem einscharigen Pferde- oder Ochsenpflug an einem Vormittag pflügbar ist. Der Morgen wurde meist als Rechteck festgelegt, da beim Pflügen das Wenden möglichst vermieden wird. 1 Morgen (Mg.) ~ 2500m² 1 Hufe (H) ~ 12 ha 1 Hektar ~ 10.000m² 1  R.(Quadratrute) = 14,21m²                        (unterschiedlich) 1 R. (Rute) ~ 3,77m (unterschiedlich)
Friedrich Wilhelm Gf. v. der S c h u l e n b u r g - K e h n e r t (1742–1815) diente drei preuß. Königen. Er war Staatsminister unter Friedrich II., Finanz- und später u. a. Kriegminister unter Friedrich Wilhelm II. und schließlich General und Minister unter Friedrich Wilhelm III. Während der Kämpfe bei Jena und Auerstedt war er Gouverneur von Berlin.
Philipp Spieß *geb. um 1724, in Weisheim (?), Colonist und Erbpächter ab Sommer 1770 (?) in Hemsdorf, Er reiste mit seiner Frau  Anna Katharina geb.(?) und 4 Kinder Johann Nicolaus Spieß,
22 Jahre alt , Philipp Spieß, 20 Jahre alt, Margaretha Justine Spieß,12 Jahre alt, Elisabeth Spieß, 9 Jahre alt, aus der Kurpfalz an. Philipp Spieß starb schon im Sommer 1774 und überließ der Witwe mit 4 Kindern ihren Schicksal. Anna Katharina heiratete kurze Zeit später den Colonisten Jacob Pfeiffer. Der Jacob Pfeiffer bekam aber nur die Vormundschaft über die 40 Morgen Acker. 4 Morgen Wiesen ½ Morgen Garten. Geerbt hatte aber der älteste Sohn von Philipp Spieß, Johann Nicolaus Spieß , der aber erst
verheiratet sein musste. Johann Nicolaus Spieß heiratete im Jahr 1777 die Tochter des Colonisten Johann Peter Flick, Anna Elisabeth Flick. Jetzt konnte er den Hof übernehmen, der im Besitz der Familie Spieß bis 1991 blieb. Reinhold Spieß verstarb 1985. Da die Tochter von Martha und Reinhold 1949 verstarb, gab es keine Erben. Philipp Spieß jr. heiratete die Tochter des Bauern Lüder aus Groß Rodensleben und baute sich seinen eigenen Hof daneben, heute Schrotestraße Nr.4 (Grope) .
Flächenmaße: Wie auch andere Maßeinheiten variieren auch die Flächenmaße in Deutschland in den einzelnen Regionen und Ländern seiner Zeit stark untereinander. Das Maß wurde durch jene Fläche bestimmt, die mit einem einscharigen Pferde- oder Ochsenpflug an einem Vormittag pflügbar ist. Der Morgen wurde meist als Rechteck festgelegt, da beim Pflügen das Wenden möglichst vermieden wird. 1 Morgen (Mg.) ~ 2500m² 1 Hufe (H) ~ 12 ha 1 Hektar ~ 10.000m² 1  R.(Quadratrute) = 14,21m²                        (unterschiedlich) 1 R. (Rute) ~ 3,77m (unterschiedlich) Die planmäßige Besiedlung der vor allem durch den Dreißigjährige Krieg  unterbevölkerten Dörfer mit Kolonisten war ,wie man heute sagen würde, Chefsache. „Der König kontrollierte die Zweckmäßigkeit seiner Maßnahmen persönlich auf seinen Reisen nach Magdeburg fast alljährlich im Anschluss nach eine Art Heerschau, die bei Körbelitz abgehalten wurde. Er erfuhr aus den Berichten der Kammer und der Minister, aus den unzähligen Bitt- und Beschwerdeschriften der Kolonisten Erfolg und Misserfolg seiner Siedlungspolitik. So unterscheidet sich die Kolonisation im Magdeburger Land doch von der in Anderen Teilen Preußens durch andersartige Begünstigungen und Auswahl der Siedler.“3)  Der Boden war Fruchtbar und durch den Krieg anscheinend doch nicht so verwüstet wie andere Landstriche. Die Bauern werden als wohlhabend und meist frei „andernfalls nur dinglich und sehr milde mit Naturaldiensten belastet“3) Es wird auch beschrieben, dass man sich sogar gegen die Abschaffung der Fronden [Frondienst] gegen ein festes Dienstgeld, was unter Wilhelm I. und Friedrich II. stattfand, heftig wehrte, weil man auf die Naturalleistungen für diese Arbeiten nicht verzichten wollte. Dennoch herrschte durch die fortschreitenden Intensivierung der Landwirtschaft ein fühlbarer Mangel an Landarbeiter. Diese kamen meist zu den saisonale Arbeiten und gaben danach das verdiente Geld außerhalb des Landes wieder aus. Auch dem wollte der König mit seiner Siedlungspolitik entgegenwirken. „Die stärke eines Staates beruht weder auf der Ausdehnung  des Gebiets noch auf dem Besitze einer großen Einöde oder einer unermeßlichen Wüste, sondern auf dem Reichtum und der Zahl seiner Einwohner“6)
Friedrich Wilhelm I. aus dem Haus Hohenzollern (* 14. August 1688 in Cölln; 31. Mai 1740 in Potsdam) war von 1713 bis zu seinem Tod König in Preußen, Markgraf von Brandenburg und Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches. Er trägt den Beinamen Soldatenkönig“ .
Friedrich II. oder Friedrich der Große (* 24. Januar 1712 in Berlin; 17. August 1786 in Potsdam), volkstümlich der „Alte Fritz“ genannt, war ab 1740 König in, ab 1772 König von Preußen und ab 1740 Kurfürst von Brandenburg. Er entstammte der Dynastie der Hohenzollern
h t t p s : / / d e . w i k i p e d i a . o r g / w i k i / F r i e d r i c h _ W i lhelm_(Brandenburg)
„Zwei Kameraden des Bittstellers wurden als Spitzbuben auf dem Schloss Alzey festgesetz, nur deshalb, weil sie in Berlin gewesen waren. Er selbst (Rau) wurde als Werber verdächtigt, wollte aber nicht in der Pfalz bleiben, weil dort eine große Teuerung herrschte und man für ein Scheffel Roggen 3 rt., für 1Phund Brot 18 gute Pfennige bezahlen musste“ 3)
Alzey um 1600 Quelle: Wikipedia
Schlechte Erfahrungen, mit den Pfälzern , veranlasste das Genaradirektorium dem Geh. Legationsrat v. Hochstetter , bei dem Kolonistenengagement darauf zu achten, „daß jede Familie wenigstens 50 rt. Vermögen hätte“ 3) Dieses Geld sollte die Familie bei der Ausreise aus ihrem Heimatland vorweisen.
Die Kammer erachtete 50 rt. als zu wenig, da dieses Vermögen meistens auf der Reise aufgebraucht würde und die Siedler in Preußen doch ohne Vermögen ankommen würden. So wurde ersucht keine Familie anzunehmen, die nicht wenigsten 100 rt. vorweisen konnte. Die Komplikationen entstanden jedoch eher mit dem Kurpfälzer Hof, der sich mit der Herausgabe des Pfälzer Vermögens der Auswanderer nur zögerlich verhielt.   In den Jahren 1770––1772 herrschte zudem eine große Hungersnot. 1770/71 war die winterliche Witterung nass und kalt. 1772 herrschte eine große Nässe, so das vieles Saatgut verfaulte. Noch vom Krieg geschunden verelendeten viele Orte erneut. „Sachsen verlor 100 000 Einwohner, entweder durch Hungerstod oder durch Auswanderung. Böhmen verlor mindestens 180 000 Seelen.“7) Tausende dieser Auswanderer zog es nach Preußen wo sie aufgenommen wurden. Wie schlimm es um diese Menschen bestellt war, zeigt ein Bericht an die Kammer : „E.K.M. … sie [die Kolonisten] haben zwar erst neulich einige Meilen und Akcisekompetenzgelder [versprochene Gelder bei Ansiedlung] erhalten; allein es war schon vorgegessenes Brot, denn sie sind bei denen Bäckern bereits mehr schuldig gewesen, als sie empfangen haben, und ist ihnen dahero von diesen Geldern nichts übrig geblieben. ….jetzo wegen Mangel der Nahrung um Brot und Arbeit schreien und sich als Tagelöhner gebrauchen lassen, so daß vor die Kolonisten nicht die geringste Arbeit und Verdienst, sowenig mit Wollspinnen als auf irgend eine andere Art übrig bleibet, hierzu kommt die jetzige Jahreszeit und Witterung, welche vollends alle Feld- und sonstige auswärtige Arbeit verbietet, daß also auch in diesem Fall vor selbige keine Gelegenheit zu Verschaffung  ihrer Erholung ausfindig gemacht werden kann. Nach dem 7 jährigen Krieg 1756-1763
https://de.wikipedia.org/wiki/Kurpfalz
Quelle:
letzte Aktualisierung  20. Dezember 2019
Diese Seite wurde am 10. Oktober 2016 erstellt!
Quelle: https://www.kurpfalzarchiv.de/
Die Schrotestraße 1975 in östlicher Richtung . Wahrscheinlich um den 1. Mai herum. Die Kastanien und Birken tragen schon zartes grün. Foto: A. Memel
?      Weiterlesen
https://de.wikipedia.org/wiki/Fri edrich_Wilhelm_I._(Preußen
Hungersnot 1770 bis 1772
Eine Aussagekräftige Darstellung der der Geldwerte gestaltet sich etwas schwierig und bedarf deshalb noch etwas Zeit.
Wenn man bedenkt, daß sich 1770, im Jahr der Bekanntmachung der Vorwerksverpachtung, schon die ersten Siedler in Hemsdorf eingefunden haben, und auch die ersten Äcker bewirtschaftet haben, so muß man wohl den Hut ziehen vor diesen Leuten. Verwunderlich ist es aber trotzdem nicht, da die königlich angeordnete Kolonisation Preußen? schon über viele Jahre im Gange war. Nach dem 7jährigen Krieg saßen wahrscheinlich viele Aussiedler auf „gepackten Koffer“ und warteten auf ihre Gelegenheit. Viele waren auch über Verwandte und Bekannte die schon in Preußen siedelten über die Situation informiert.
Der Krieg dauerte schon 10 Jahre als 1629 Magdeburg belager t wird und 1631 im Mai richten die Kaiserlichen Truppen unter dem Feldherrn Tilly ein Massaker unter der Bevölkerung an. 20.000 Menschen sterben kein Stein bleibt auf dem anderen. In der Folge und auch davor, wurden auch die Dörfer immer wieder geplündert. Beim Anmarsch der plündernden Soldaten wurde eiligst das Geld vergraben Vieh und Habseligkeiten in Sicherheit gebracht. Gelang das nicht und verweigerte sich, wurde man misshandelt oder erschlagen. So hat man in Olvenstedt sechs Ackerhöfe und 19 andere verwüstet. 12 altersschwache Mähren (altersschwache Pferde, meist Stuten), von ehemals 150 Pferden ließ man im Dorf. In Irxleben wurde inwendig die Kirche Zerstört, Frauen und Männerstühle herausgerissen. Das Pfarrgehöft angezündet. Groß-Rodensleben wurde geplündert, vor allem die Kirchenschätze sollten beraubt werden. So wurde der Pfarrer aus Groß Rodensleben, Alexander Wichmann, von den Kroaten zwischen 2 Pferden nach Wanzleben nahe dem Henneberg verschleppt, und schließlich erschossen, weil er das Versteck der Kirchengelder nicht preisgeben wollte. Auch andere Pfarrer umliegender Gemeinden kamen deshalb zu Tode. Es waren diese aus Barleben, Klein Ammensleben,, Mammendorf, Groß Ammensleben . Die Mühle in Dahlenwarsleben ward bis auf den Grund niedergebrannt. Um 1636 , der Krieg sollte noch 12 lange Jahre andauern, glich die Börde eher einer Wüste als einem fruchtbaren Landfleck. Nach dem Tode des Königs Gustav Adolf nahmen auch die wurden auch die schwedischen Heerscharen alles mit, was die Kaiserlichen noch liegen gelassen hatten. Dann kamen die Sachsen und zerstörten vor Wut, weil es nichts mehr zu holen gab, alles was noch an Gebäuden stand. Viele gaben ihre Höfe auf und zogen wie ihr Gesinde mit den Heeren mit, weil sie durch die ständige Plünderungen für sich kaum was zum Leben hatten. Oft wurden die halbreifen Erntefelder von den durchziehenden Regimenter zertreten. Korn, was dennoch ausgedroschen war, wurde vor Freund und Feind in der Erde vergraben, um es vor diesen zu verbergen. Dann kam auch noch der schwarze Tod, die Pest, sie suchte auch Dreileben, und Groß Rodensleben heim. In Drackenstedt sind 111 Personen in dem Jahr verstorben, in Dreileben ungefähr die Hälfte der damaligen Einwohner. In Neuhaldensleben, wohin viele aus den Dörfern flüchteten, sind sie zu tausenden an Hunger und Pest gestorben.
Der Krieg in der Börde,  in und um Hemsdorf
Hier möchte ich, aus heutiger Sicht, beispielhaft die Häuser mit folgenden Bewohner nennen, wie ich sie noch kennengelernt habe oder kenne, also von 1960–2019 . Reinhold Spieß (verfallen), Albert und Anna Pitschmann (weggerissen), Wilhelm Götze - vorher Schauster Ruloff (leerstehend), Wilhelm und Hedwig Schulze (jetzt Georg Meier / Christina Koch) und Otto Ruloff ( jetzt Familie Ludwig), Alma und Gustav Ihle (jetzt Wolfgang Alsleben).
Die ersten Interessenten … Wo man auch hinblickte, ist Schrecken, Elend, Not und Tod. ?      zu Teil  2 Eine Preußische Meile entsprach 7,532484 km. Üblicherweise wurden bei Reisen am Tag im Schnitt 5 Meilen geschafft. Gerechnet mit der Postkutsche, bei der alle 35 Km die Pferde gewechselt wurden
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