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letzte Aktualisierung  14. Juli 2019
Diese Seite wurde am 08. April 2019 erstellt!
1889 - 2019
130 Jahre
Freiwillige Feuerwehr Hemsdorf
Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Hemsdorf um das Jahr 1965. Links ist das Tor zum Gerätehaus zu sehen, in dem sich die Gerätschaften und auch die Einsatzuniformen, Stiefel, Gasmaske und Stahlhelm und Beutel mit Wurfleine befand. Die Kameraden von links oben: Martin Assel (Wehrleiter), Wilfried Goedecke, Horst Nich, Hermann Schlüter, Dieter Meier (mein Bruder), mittlere Reihe: Aluis Geng, Willi (Wilhelm) Schwarzkopf, vordere Reihe: Hans Fischer, Ernst (Antek) Memel und Lutz Grope. Die Hausfront hinter den Kemeraden gehört zum Schuppen vom Anwesen von Mutti Hartmann.
Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Hemsdorf pausieren nach einem Löschangriff für den Fotografen. Das Foto zeigt die Kameraden vor dem Grundstück der Dorfstraße 14, heute Schrotestraße 19. Im Hintergrund ist der Scheibenberg zu sehen. Die drei letzten Obstbäume entlang des Weges sind Apfelbäume und versetzen den Weg in eine ziemlich trostlose Erscheinung. Das Foto um 1965 entstanden widerspiegelt auch die damalige Ausstattung der Dorfwehr. Von links: Dieter Meier (mein Bruder), Horst Nich, Georg Meier (mein Bruder), Ernst Memel, Lutz Grope. Links im Bild das Anwesen der Familie Edmond Schwitzer. Hier noch mit Rolltor, dahinter der Turm (Trafohaus). Der letzte Zipfel, mit Staketenzaun, bildet Braumann‘s Garten. Rechts ehemalige Labor vom Raeckes Gut. Hier Wohnt meine Familie (Willi Meier) rechts und in der linken Hälfte wohnt die Familie Robert Werner. Es ist sogar noch ein Rotdorn Baum zu sehen. Davon standen mal drei Bäume entlang der Hausfassade.
Es ist nicht mehr genau auszumachen warum gerade 1889 eine Feuerwehr in Hemsdorf gegründet wurde. War es ein allgemeiner Trend. Gab es einen bestimmten Anlaß, der ausschlaggebend war, dass man sich intensiver mit dem Löschwesen auseinander setzte? Oder war es so, das man neben den anderen Vereinen die in den Dörfer entstanden oder schon existierten sich einen weiteren leisten konnte oder wollte.

Zur Geschichte der

Freiwilligen Feuerwehr Hemsdorf

Feuerwehren gab es noch nicht lange und in Preußen noch viel später als im süden Deutschlands.
Allein die Regelung oder Verpflichtung das Ausbrechen eines Feuers zu verhindern ist schon viel älter. Wir denken nur an den Nachtwächter oder auch den Türmer, die dazu angehalten waren zu “kontrollieren”, dass die Herdfeuer für die Nachtstunden ordnungsgemäß hergerichtet waren um Brände (Feuersbrünste) zu vermeiden. Schon im “Sachsenspiegel”, mit dem ältesten gesetzlichen Normen aus dem Jahr 1235, sind Regelungen zur Brandverhütung enthalten. Zu dieser Zeit und auch noch viele Jahre später beschränkten sich die praktischen Maßnahmen auf die Brandverhütung. Denn eine aktive Brandbekämpfung kannte man noch nicht. Zudem war der Ausbruch eines Brandes oder sogar die einer Feuersbrunst durch Blitze, Selbstentzündung von Mehlstaub oder Heu für die damalige Zeit durch die Kirche als Strafe Gottes für Unzucht, Vollsaufen, unordentliche Menschen oder Gotteslästerung abgetan.
In Hemsdorf sind mir keine großen Feuersbrünste bekannt und auch andere Brände liefen nach meiner Kenntnis “glimpflich” ab. Erinnern kann ich mich an einen Strohdiemenbrand Ende der 1960er Jahre gleich hinter unserem Garten, unweit des Speichers, der durch Zündeln entstand. Dann gab es mal eine Schornsteinband im ehemaligen Grasemannschen Haus auf der Bergstraße,in den 1970er Jahren. Auch an den Windmühlenbrand von 1908 soll erinnert werden. Hier brannte die von Müllermeister J. F. Werner erbaute Windmühle auf den Hemsdorfer Mühlenberg nieder. Die Entfernung zur nächst gelegenen Wasserstelle, dem Dorfteich beträgt ca. 1000 Meter. Nur die Schrotequelle unterhalb des Mühlenberges liegt näher dran. Ein löschen fern ab vom Dorf war damals unmöglich gewesen und ist auch heute noch einen große Herausforderung. Nach dem Krieg um 1950 brannte eine Scheune auf dem ehemaligen Hof von Reacke nieder. Dort wo später der „Schrottplatz“ war, ist bis heute eine grüne Fläsche zwischen den Stallungen von E. Goedecke und Familie Fleischer geblieben. Nur einige Mauerreste erinnern Kundige an das Gebäude. Das Potenzial für die Entstehung eines Brandes war früher immer vorhanden gewesen. Die Herdstellen befanden sich mitten im Haus. Gewerke wie Schmieden, Bäcker, oder auch das Trocknen von Lebensmittel konnten ohne offenes Feuer nicht auskommen. Ich denke nur an die Schilderungen von den offenen Feuerstellen im “Langen Haus” die noch in den 1940er Jahren bestanden, bis sie durch massive Schornsteine ersetzt wurden. Wohnen und arbeiten auf engstem Raum mit Stallungen in denen es bis 1912 kein elektrische Licht gab, also mit offenem Feuer hantiert wurde. Lagerung von Brennmaterial neben dem Herd oder Ofen. Auch in Hemsdorf war die Situation nicht anders als in den Nachbardörfer, wo schon etliche Großfeuer grassierten. In der Nacht vom 23. auf den 24. Februar 1859 brannte die 1839 gebaute Zuckerfabrik in Ochtmersleben in kurzer Zeit nieder. 1) „Am 19. August enstand Feuer in Druxberge, abends gegen 11 Uhr. Man stürmte bei uns [Groß Rodensleben] , doch gelangte die Feuerspritze nicht mehr hin, weil man schnell gewahr wurde, dass es eine Trockenscheune sei, zu einer dortigen Ziegelei gehörig.“ 1) „Beide Brände , vermutet man, durch Bosheit angelegt.“ 1) „In der Nacht vom 10. zum 11. Juni 1835 brannte schon die Zuckerfabrik in Eichenbarleben nieder.“ 1)
Der jüngste größere Brand in Hemsdorf brach am 25.Mai 2012 aus. Durch eine defekt gewordene Elektroinstallation brannte eine Scheune bis auf die Grundmauern nieder. Ca. 40 Kameraden der Ortsfeuerwehren Hemsdorf, Wanzleben, Groß Rodensleben und Klein Rodensleben mit etlichen Fahrzeugen und der Drehleiter waren vor Ort in der Bergstraße im Einsatz. Glücklicherweise blieb es beim Sachschaden.
Kameraden der eingesetzten Wehren bei Löscharbeiten an der Fachwerk- Scheune am 25. Mai 2012. Foto: aus Volksstimme de., von C.Arendt-Nowak
Obwohl es keine Feuerwehren im heutigen Sinne gab, waren die Bürger und vor allem die Gewerke und Zünfte verpflichte sich an der Brandbekämpfung zu beteiligen, bzw. vorsorge zu tragen, Utensilien zur Löschung des Feuers auch im Haus bereitzuhalten. Meisten war das der Löscheimer. Größter Feind bei der Bekämpfung von Bränden war der Wind oder Sturm, der die Feuer in den eng bebauten Straßen schnell von ein Haus zum anderen trieb.
„Alles rennet, rettet, flüchtet Taghell ist die Nacht gelichtet; Durch der Hände lange Kette Um die Wette  Fliegt der Eimer; hoch im Bogen Spritzen Quellen Wasserwogen. Heulend kommt der Sturm geflogen, Der die Flamme brausend sucht; …“2)
Auch bei Friedrich Schiller in „Das Lied von der Glocke“ , aus dem Jahr 1799, spielt der (Lösch-) Eimer und der Wind eine wesentliche Rolle.
Die ältesten Gerätschaften zum Löschen von Bränden waren oder sind vermutlich die Löscheimer, Einreißhaken und Äxte. Die Löscheimer waren meist Behältnisse aus Leder und wurden durch die Bürger bei Ausbruch eines Brandes von zu Hause aus mitgeführt. Fast jeder Haushalt war verpflichtet einen solchen Eimer zu besitzen und zum Brand mitzuführen. Da in den Städten dicht an dicht gebaut war, hatte das Feuer insbesondere bei starkem Wind leichtes Spiel um auf andere Gebäude überzuspringen. Eine wirksame Möglichkeit der Feuersbrunst Einhalt zu gebieten, bestand im Abbruch von Häusern, um dem Feuer das brennbare Material zu entziehen und ein weiteres Ausbreiten zu verhindern. Dazu wurden lange Haken mit Seilen verwendet oder auch Einreißhaken und Äxte. Zum löschen wurde dann eine Eimerkette von der Wasserstelle meist ein offenes Gewässer oder Brunnen, gebildet. Je länger die Eimerkette aber war, um so mehr Wasser wurde auch verplempert. Auch konnte bei enormer Hitze nur der Rand am Feuer bekämpft werden, da die Reichweite des Ausschüttens von Wasser aus dem Eimer sehr überschaubar war. Auch später als die ersten Saug- und Druckspritzen zum Einsatz kamen wurden diese mittels Eimerkette mit Wasser befüllt. Es ist eigentlich logisch, dass man nicht versuchte das lichterloh brennende Haus oder den Stall zu löschen, da die enorme Hitze dies damals unmöglich machte. Das Hauptanliegen Feuersbrünste zu bekämpfen oder einzudämmen, bestand im Kühlen angrenzender Gebäude und Dächer, um ein übergreifen und ausbreiten der Flammen zu verhindern.
02.06.2018, Die Feuerwehr unterstützt das jährliche Kinderfest in Hemsdorf Feuerwehrwettkämpfe 1964 in Druxberge (?),Die Kameraden an der Knotenstrecke - Stiche und Bunde -. v.r.n.l.: Richard Müller, Dieter Meier Zur Feier anläßlich der 735 jährigen Ersterwähnung des Ortes Hemsdorf, wollen es die Feuerwehrmänner Horst Nich, Detlef Feldmann, Torsten Müller und Karl Heinz Bockwold nochmals mit der alten Technich versuchen.
In der Zeit vor der Gründung der Feuerwehr in Hemsdorf wurden noch einige Kriege in und mit Deutschland geführt. Der Preußenkönig, Wilhelm III., zog im Bündnis mit Napoleon 1812 gegen Russlannd und führte 1813 die allgemeine Wehrpflicht ein. Im Februar 1813 wechselte der König die Fronten und verbündete sich mit Russland gegen Napoleon (Frankreich). Hier kämpften auch einige der 1771 in Hemsdorf seßhaft gewordenen Kolonisten für den König gegen Napoleon. Im Jahr 1864 fand der Deutsch-Dänische Krieg der dann 1866 in den Deutschen Krieg (preußisch-österreichischer Krieg) endete. In diesen Krieg mußten 9 Hemsdorfer ziehen. 16 Hemsdorfer zogen 1870/71 in den Deutsch - Französischen Krieg. Diese drei Kriege wurden auch als Deutsche Einigungskriege bezeichnet. In Verbindung mit der Schlacht bei Sedan bei der etwa 26.000 Tote und Verwundete zu beklagen waren, wurde in vielen Orten eine Eiche gepflanzt. Umgangssprachlich auch als Sedaneiche bekannt.
Auch die „Friedens-Eiche 1870/71“ in der heutigen Schrotestraße soll an diese Zeit und die vielen Toten erinnern. Gepflanzt wurde sie jedoch wahrscheinlich schon etliche Jahre früher.
Hemsdorf hatte zu dieser Zeit um die 270 Einwohner. Auch kann nicht ausgeschlossen werden, dass etliche Leute bei den Hemsdorfer Großbauern und Handwerkern arbeiteten oder auch, bedingt durch die seit 1872 bestehende Eisenbahnlinien außerhalb von Hemsdorf Arbeit fanden oder bei der Bahn beschäftigt waren. [Heute im Jahr 2019 hat Hemsdorf 110 Bewohner]
Nach dem letzten Krieg und bedingt durch die hohe Einwohnerzahl nahm auch das gesellschaftliche Leben in Hemsdorf einen imensen Aufschwung. Es gab die Schmiede, den Bäcker, 2 Gastwirtschaften, 3 Schuster, den Sattler, 2 Kolonialwarenläden, den Fleischer, eine Ohlmühle, einen Windmüller und einen Barbier, einen Leineweber In Hemsdorf konnte man 3 Großbauer zählen und etliche Kleinbauern die die Bewohner Lohn und Brot gaben.
Wie gesagt, das gesellschaftliche Leben nahm an Fahrt auf. Es gründete sich 1872 der Hemsdorfer-Landwehrverein , durch die Kriegsteilnehmer aus den Deutsch-Französischen-Krieg. 1883 der Hemsdorfer Schützenverein und es gründete sich 1887 ein Männergesangsverein. 1889 war dann die Geburtsstunde der Hemsdorfer Feuerwehr.
Sicherlich waren es die Bauern und Gewerbetreibenden deren Sicherheitsbedürfnis mit Blick auf die zur damaligen Zeit immer fortschreitenden Löschtechnik und Vorgehensweise bei der Brandbekämpfung immer notwendiger erschienen ließen. Möglicherweise auch die Nachrichten von verherenden Feuerbrünsten in anderen Orten oder auch die Kunde von erfolgreicher Bekämpung durch vorhandenen Feuerwehrtrupps in den Ortschaften.
um 1963, unterwegs mit dem Schlauchwagen. Vorn links Horst Nich, daneben Ernst Memel, Lutz Grope am Schlauch, Dieter Meier an der Haspel.  Retten   Löschen   Bergen   Schützen
Damals, im Jahr 1889, war Heinrich Spieß Ortsvorsteher von Hemsdorf. Hemsdorf war zu dieser Zeit noch ein eigenständiger Ort. In seiner Amtszeit gründete sich die Freiwillige Feuwerwehr Hemsdorf.
Der erste "Feuerwehrhauptmann" war der Hemsdorfer Ortsvorsteher Heinrich Spieß
Der erste "Feuerwehrhauptmann" war der Hemsdorfer Ortsvorsteher Heinrich Spieß . Sein Vater Heinrich fiel im Deutsch- Französiche-Krieg 1870/71. Seine Vorfahren sind mit Phillipp Spieß als Kolonisten nach Hemsdorf gekommen
Simon Schlüter war, von 1902 bis 1919,  der 2. Befehlshaber der FFW Hemsdorf.
Sein Nachfolger wurde der Schmiedemeister Simon Schlüter . Er war von 1902 bis 1919 für die Hemsdorfer Wehr verantwortlich. Simon Schlüter ist der Urgroßvater des heute noch in der Schmiede wohnenden Hermann Schlüter.
Otto Memel 3. und 6. Leiter der Feuerwehr. Von 1919 bis 1925 und von 1938 bis 1945
Nach Simon Schlüter übernahm Otto Memel als 3. Hemsdorfer das Zepter der Feuerwehr. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern war er als Arbeiter auf Raeckes Gut beschäftigt.
Otto Memel führte die Wehr gleich zwei mal an. Er war von 1919 bis 1925 und von 1938 bis 1945 6. Brandmeister der Wehr . Wobei die Zeit während des Nationalsozialismus besonders geprägt war. Es enstand die „Feuerschutzpolizei“ .
Die Feuerschutzpolize i wurde durch das „Gesetz über das Feuerlöschwesen“ vom Dezember 1933 in die Polizeiorganisation eingegliedert. Das betraf nicht nur die Berufsfeuerwehren, auch die freiwilligen Wehren waren davon betroffen. Das bedeutete, dass die bis dahin kommunal verwalteten Feuerwehren den „Reichsminister des Inneren“ unterstanden. Die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren trugen weiterhin blaue Uniformen. Ein besonderes Merkmal waren die lilafarbenen Litzen und Biesen. Ab dem 31. Juli 1940 wurden die Dienstgradabzeichen an die der “Feuerschutzpolizei“ angeglichen. Auch teile der Technik soweit vorhanden wurden diese der Farbe der Polizeitechnik, in Grün, angepasst. Erst nach dem Krieg wurde die Feuerwehr in kommunaler Hoheit zurückgeführt und die Farbe änderte sich wieder in „Feuerrot“.
Edmund Schwitzer übernahm die Geschäfte der Feuerwehr als 5. Leiter Feuerwehr.
Von 1932 bis 1938, also zwischen den Jahren der Leitung von Otto Memel übernahm Edmund Schwitzer die Verantwortung über die Hemsdorfer Wehr. Auch er wird in den damaligen „Geschäfts und Adessbücher“ als Arbeiter benannt. Er ist der 5. Leiter der Wehr.
Hermann Schlüte r, der Sohn von Simon Schlüter übernahm als 4. Brandmeister die Leitung der Freiwilligen Feuerwehr. Auch er ist genau wie sein Vater Schmiedemeister in Hemsdorf und übernahm die Schmiede seines Vaters. Die Geschiecke der Wehr hielt er von 1925 bis 1932 in seine Hand.
Nachdem  2. Weltkrieg bis 1952 war Otto Ruloff der 7. Brandmeister der FFW.
Otto Ruloff übernahm nach Ende des 2. Weltkriegs als 7. Brandmeister die Verantwortung über die Wehr. Die Wehr wird wieder in kommunaler Hoheit überführt. Das heist, bis Hemsdorf 1952 durch die Hemsdorfer selbst als Gemeinde des Kreises Wolmirstedt. Durch die Verwaltungsreform, wurde Hemsdorf ein Ortsteil von Groß Rodensleben und den Kreis Wanzleben zugeordnet. Nur die bis heute gültige Eichenbarleber Telefonvorwahl erinnert an die Zeit davor.
Gerd Hosenthin löste als 8. Leiter, von 1955 bis 1961 Otto Ruloff ab.
Gerhard Hosenthin leitete die Wehr als 8. Brandmeister von 1955 bis 1961. Gerhard Hosenthin arbeitete in der LPG in Groß Rodensleben als Traktorist.
I m August 1961 trat Martin Assel als 9. Wehrleiter seinen Dienst an. Zu dieser Zeit hatte die Wehr ungefähr 20 freiwillige Kammeraden. Er übernahm die Wehr einen Tag nach seinem 25 Geburtstag und stand ihr bis 1990 vor.
29 Jahre lang stand Martin Assel der Feuerwehr vor. Von 1961 bis 1990 war er Wehrleiter.
Die Freiwillige Feuerwehr Hemsdorf ist der einzige Verein der in der Geschichte des Dorfes bis heute überlebt hat. Seine Blütezeit war vermutlich bis vor dem 2. Weltkrieg und zur Zeit der DDR. Vor allem die Tatsache, dass viele der Kameraden vor allem in der Landwirtschaft arbeiteten und in der näheren Umgebung und vor allem in Hemsdorf wohnhaft waren und hier auch mit oder in ihren Familien lebten, gab es keinen Mangel an Nachwuchs. Hemsdorf hatte sogar eine eigene Jugendfeuerwehr die, bei den Wettkämpfen und Ausscheide der Wehren, große Erfolge nachweisen konnte.
1964 - hinter der TS,von links: Wilfried Goedecke, Horst Nich, Hermann Feldmann, Hans Fischer, Hermann Schlüter, Dieter Meier, Lutz Grope, Ernst Memel, Martin Assel, neben der TS: Alois Geng und Günter Weiland. Fotograf Wilhelm Schwarzkopf (?)
Torsten Müller oblag als 10. Ortswehrleiter das Kommando über die Hemsdorfer Ortsfeuerwehr. Er führte ab 1990 bis 2010 angagiert die Geschicke der Wehr und dessen Kameraden. Unter seiner Regie wurden die Scheune und der ehemalige Pferdestall auf den ehemaligen Wirtschaftshof von Familie Jacobs übernommen und mit der Dacheindeckung ab 1996 bis 2001 für die Feuerwehr zu einem ansehnlichen Stützpunkt in Eigenregie durch die Kameraden und Helfer ausgebaut. Kurz vor der Übergabe an Sandy Fryc wurde noch die Fläche, an der ehemals die Große Scheune von Jacobs stand, als Ausbildungsplatz gepflastert.
Für seine Verdienste für die Hemsdorfer Wehr gab es 2009 die Ehrenspange des Kreisfeuerwehrverbandes in Gold. Torsten Müller war seit 19 Jahren Wehrleiter und ist seit 1970 Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Hemsdorf.
Ab 1990 bis 2010 hörten die Kammeraden auf sein Kommando. Er war der 10. Wehrleiter für die Hemsdorfer Wehr. Dezember 1848, öffentlich Danksagung der Bürger von Groß Rodensleben für die Hilfe von Bürgern der umliegenden Ortschaften für die bei dem Großbrand am 16. Mai in Groß Rodensleben geschädigten Familien. Feuerwehrfest 2009
Heute im Jahr 2019 sind nur noch vier von den abgebildeten Personen Angehörige der FFW in Hemsdorf.
Öffentliche Danksagung der Gr.Rodensleber für die Hilfe nach dem „Feuersturm im Mai 1848.
1. Mai 1964, nach dem Maiumzug ein Foto für die Chronik. Üben für die Einsatzbereitschaft (2017), Torsten Müller, Erik Becker, Stefan Mai, Üben für die Einsatzbereitschaft (2017), Torsten Müller, Erik Becker, Stefan Mai, Philipp Becker, Thomas Ludwig, Rene Ludwig Besucher
Die Kameraden der Jugendwehr Hemsdorf, anlässlich eines Jugendfeuerwehrausscheids in Rübeland 1971
1967 beschlossen die Kameraden die Gründung einer Jugendfeuerwehr. Zu diesem Zeitpunkt war in Hemsdorf durch die vielen Kinder im Ort immer Trubel und niemals lange Weile. An Nachwuchs gab es zu diesem Zeitpunkt keinen Mangel. Fast jeder Junge ab 10 Jahre war in der Feuerwehr: Hans Dieter Schwitzer, Horst Thormeyer, Bernd Thormeyer, Jürgen Thormeyer, Ronald Thormeyer, Dieter Hosenthin, Bernd Hosenthin, Klaus Goedecke, Wilfried Goedecke, Gerald Goedecke, Axel Memel, Detlef Feldmann, Norbert Feldmann, Olaf Schwarzkopf, Siefried Assel, Peter Assel, Jürgen von Pressentien, Udo Meier, Wolfgang Meyer, Henry Müller, Harry Müller, Torsten Müller,
Hans-Dieter Schwitzer und Dieter Hosenthien (vlnr) als Junge Brandschutzhelfer Dieter (Jonni) Meier ist mit zwei  Kameraden der Jugendwehr unterwegs zu den jährlich in der DDR wiederholenden  Brandschutzkontrollen im Rahmen der "Woche der Winterbereitschaft".
Jährlich im Herbst, zu beginn der neuen Heizperiode wurden in den Häusern des Ortes alle Feuerstätten überprüft. Dies war die „Woche der Winterbereitschaft“. Kontrolliert wurden die vorgeschriebenen Abstände der Feuerstätten zu brennbaren Materialien und auf vorhandene Ofenbleche. Die Lagerung von Feuerholz und Kohle im Raum. Die Lagerung von Benzin und anderen leichtendzündlichen Stoffen in Keller und Schuppen auf ihre Menge. Zur damaligen Zeit also nach den 2. Weltkrieg, als sich die Feuerwehr in dem Dorf etabbliert hatte, Gab es in Hemsdorf den Wehrleiter , ab 1961 war das, nach Gerhard Hosenthien, Martin Assel. Sein Stellvertreter war Wilfried Goedecke. Dieter Meier war als Gruppenführer für den „Vorbeugenden Brandschutz“ verantwortlich. Wilfried Goedecke wurde später durch Manfred Bennewitz als Gruppenführer für den „Operativen Brandschutz abgelöst.
„Woche der Winterbereitschaft“, Dieter Meier (mitte) mit Hand-Dieter Schwitzer (links) und Udo Meier (rechts) unterwegs zu den Kontrollstellen. Foto: um 1967. Noch auf dem Bild Horst Schollmeyer.
Warten auf den Chef, oder nur mal ne Pause. Hans-Dieter Schwitzer und Dieter Hosentien. (vlnr)
Die Jahre in denen Torsten Müller die Wehr leitete begannen möglicherweise euphorisch aber dennoch mit mehr Fragen als Antworten. Die DDR gab es nicht mehr. Die Technik, Ausrüstung, und Unterbringung, stellte sich schnell als nicht mehr Zeitgemäß heraus. Der Blick richtete sich gen Westen, was auch verständlich war, weil durch den Fall der Mauer auch im „Westen“ aus Altem - Neues entstehen ließ. Anders als Ende der 1950er die alte und liebevoll gepflegte Tragkraftspritze, mit den gewienerten Messingamarturen verhökerte wurde, war man dankbar für die Unterstützung der Partnerwehr aus Erkerode für die Unterstützung mit Technik und Ausrüstung. Im März 2002 übergaben die Kameraden der FFW Erkerode der Freiwilligen Feuerwehr Hemsdorf im Rahmen der Parnerschaft zwischen beiden Wehren ein neues Einsatzfahrzeug. Die neue Zeit brachte auch neue Standards und somit auch neue Anforderungen an die aktiven Kameraden. Die Hemsdorfer waren zu dieser Zeit Personell gut aufgestellt. Eine Starke motivierte Wehr und auch der Nachwuchs in Form der Jugendfeuerwehr gaben keinen Anlass zur Sorge.
Foto: FFW Hemsdorf
Anders sah die Situation schon 2010 aus. Torsten Müller legte seinen Vorsitz, schon seit längerer Zeit von ihm angekündigt, aus Familiären Gründen nieder. Die aktive Mitgliederzahl hatte in den in den letzten Jahren ständig abgenommen. Aus Altersgründen wechselten etliche Kameraden in die Alters- und Ehrenabteilung. Andere zogen aus Hemsdorf fort und suchten wo aus Da aus den Hemsdorfer Reihen sich kein Leiter fand, der die Wehr führen wollte, sprang Sandy Fryc , aus der Groß Rodenslebener Wehr ein. Er führte die Wehr bis 2016 und beendete diese Funktion ebenfalls aus persönlichen Gründen.
Foto: FFW Hemsdorf
Zu Gast bei der FFW Erkerode (1993?)
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Bereit zum Ausrücken. Vor dem Abmarsch zum Feuerwehrwettkampf.
Die Besten in geselliger Runde. vlh: Alois Geng (Maschinist) Dieter Meier (GF Vorbeugender Brandschutz), Hermann Schlüter, N.N. Martin Assel (Wehrleiter), Foto: in Gaststätte Erich Memel, (Zum Schwarzen Adler) um 1968
Beim „Kräftemessen“ der benachbarten Feuerwehren, konnten die Kameraden der FFW Hemsdorf edliche Pokale und Auszeichnungen für sich gewinnen.
Seit 2018 steht Thomas Ludwig an der Spitze der FFW Hemsdorf. Schon 2016 übernahm Thomas Ludwig das Amt des Ortswehrleiters, da sich keiner der noch aktiven Kameraden für das Amt zur Verfügung stellte, auf „Probe“.
Torsten Müller (2009). Foto: 120 Jahre FFw Hemsdorf
Wie in Hemsdorf fehlt auch bei den Wehren in den benachbarten Dörfern schon seit längerem der Nachwuchs. Ein Ende dieser Situation ist nicht absehbar. Von den Hemsdorfer Kinder könnten Z.B. zur Zeit etwa 6 Mädchen und Jungen in die Ortsjugendfeuerwehr aufgenommen werden, die vom Alter her die Voraussetzungen hätten. Doch vielfältige Freizeitbeschäftigungen und deren Veranstaltungen und Verpflichtungen an den Wochenenden, lassen wenig Freizeit für weitere Vereinsaktivitäten zu.
I n vielen Stunden aufopferungsvoller Eigenleistungen, haben sich die Kameraden in den Jahren von 1996 bis 2001 ein ansehnlichen Stützpunkt geschaffen, der fast keine Wünsche offen lässt. Ausgestattet mit moderner Heizanlage und Sanitäreinrichtung braucht sich die Heimstatt der Wehr nicht verstecken. Nicht nur als Unterkunft und und Ausbildungsstätte, auch feiern kann man hier ganz ordentlich, vor allem die immer wieder stattfindenden Jubiläen. Auch die Einwohner von Hemsdorf nutzen die Räumlichkeiten gerne, um Familienfeste auszurichten.
Eine Brandschutztafel, die zu DDR -Zeiten nicht nur in der Landwirtschaft zu finden waren. Diese hier hing bis 2018 an der Eingangstür zum Speicher - dem Domizil des Hemsdorfer Heimatvereins. Die Eintragungen wurden vermutlich von Stefan Rodenbeck vorgenommen, und benennen noch seine Mutter Irene, als Brandschutzhelfer, und den Onkel Edmond Schwitzer.
Foto: FFW Hemsdorf 2009. Feierlichkeiten anläßlich des 120 jährigen bestehens der FFW Hemsdorf.
Auch 1989 wird das 110 jährige bestehen der Hemsdorfer Feuerwehr mit allem Drum und Dran gefeiert. Ganz vorn dabei, der Groß Rodenslebener Spielmannszug. Aufmaschiert wird auf die Wiese hinter dem Speicher am Ende des Dorfes.
Hemsdorfer Feuerwehrmänner um 1935. Vlnr: Ernst Meyer, Hermann Schlüter, Otto Memel, Otto Ruloff. Aufnahme: links am Dorfeingang am Horbachschen Garten.