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letzte Aktualisierung   03.  Juli  2017
Diese Seite wurde am 04.02.2016 erstellt!

Der Turm von Hemsdorf,

…das Aus für das Trafohaus

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Wir habenden 28.Juni 2017 überschritten. Vor mehr als einem Jahr wurde die Trafostation im beschaulichen Hemsdorf abgerissen. Von den Hemsdorfern allgemein nur der Turm genannt. Vermutlich im Jahr der Elektrifizierung des Ortes 1911 erbaut, hatte er stattliche 105 Jahre in seinen Gemäuer.
Wehmütig wird immer noch über Ihn gesprochen und darüber diskutiert, warum er nicht erhalten werden konnte?
Denkt man zurück, kann man sagen, er hat zwei Weltkriege miterlebt und den Sozialismus überdauert. Mit der Wende kamen auch für den Turm nochmals rosige Zeiten. Anfang der 1990 Jahre bekam er ein neues Dach und seine Gefache wurden mit Rauputz und Farbe erneuert. Sogar die durchlöcherte Dachrinne wich einer neuen verzinkten. Schick sah er aus und mit seine Ziegelmauerwerk ein echter Hingucker. Erbaut mit solider Handwerkskunst.
Für die Licht und Kraftversorgung war seinerzeit (1911) die Überlandzentrale „Börde“ mit Sitz in Magdeburg zuständig. Ob diese Firma generell in den Dörfern solche Gebäude als Trafostationen errichten ließ und auch 1911 schon zuständig war oder die Kosten für den Bau der Trafostation beim Dorf lagen, ist mir nicht bekannt. Zu DDR Zeiten war es die Firma „ Bördeblitz“ aus Seehausen die für den „Stromfluss zuständig war. Denn immer wenn was geklemmt werden musste oder kein Strom da war, kam die Firma Bördeblitz. Im Stationsbuch der EVM - Elektroversorgung Magdeburg- ist das erste Datum vom 1.7.1998 eingetragen.
Für uns Kinder war der Turm immer wieder Treffpunkt. Auch er hatte was geheimnisvolles an, bzw. in sich und es war immer ein leises brummen im Innern zu hören. Das beste war, man konnte beim Spielen immer in zwei Richtungen flüchten oder um den Turm herum flitzen. An der West- und Nordseite waren zwei Lüftungsschlitze in Bodennähe. Wir versuchten schon mal dort einen Blick hineinzuwerfen, was uns natürlich nicht gelang und unsere Aktivitäten hielten sich auch in Grenzen. Es gab interessantere Orte.
Die Vorbereitungen zum Abriss erfolgten eine Zeitlang ziemlich unspektakulär. Es hatte den Anschein, als ob mal wieder der Trafo ausgetauscht werden sollte oder eine andere Wartung ansteht. Bis dann das Gerücht vom Abriss die Runde machte. An seiner Stelle sollte und wurde dann die neue„Standard“ Trafostationen gesetzt. Wobei der Standort der neuen Trafostation nicht zwingend auf dem alten Platz sein musste.
Eine Information durch mich über den Abriss mit der Bitte um die Verhinderung des Vorhabens am 03.Juni 2016 an die Untere Denkmalschutzbehörde des Bördekreises verhallte leider. Umso ärgerlicher empfand ich einen Artikel in der Volksstimme, nur wenige Tage nach dem Abriss, als davon die Rede war, „ortsprägende Bauten„ in den Dörfern zu erhalten. 105 Jahre sind auch ortsprägend gewesen.
In der Hemsdorfer Bergstraße waren gerade die Arbeiten an der neuen Straße fertig geworden, da rollten die „Bagger wieder an. Die teilweise noch vorhandenen restlichen Freileitungen in Hemsdorf sollen jetzt komplett in die Erde. In diesem Zusammenhang und zur Stabilisierung der Stromzufuhr nach und über Hemsdorf wurden die Oberleitungen auch außerhalb des Dorfes in die Erde verlegt. Die gut Nachricht, die Bergstraße wurde nicht wieder aufgebuddelt. Modernste Technik macht möglich.
Aufnahme vom Dezember 2015 Aufnahme vom Juni 2016
Am 02. Juni 2016, bei trüben Wetter. Erste Spuren verheißen nichts Gutes.
Aufnahme vom Juni 2016, auch die Freileitungen, A-Mast stehen noch
Vom Fischteich aus und natürlich vom Scheibenberg aus gesehen, prägte der Turm die Ansicht des Dorfes von Hemsdorf, aus östlicher Richtung.
Foto 2011, die Tanne heute zwar leicht rampuniert, aber stehen geblieben ...
Bild links: Die Tanne vor dem Turm, gepflanzt durch mich (udo meier) um das Jahr 2000, sollte sie 2015 mit zwei anderen Tannen vor dem Speicher gefällt werden um den Turm nicht zu gefährden. Jetzt ist sie das Einzige was erinnert und wo die obdachlos gewordenen Spatzen Zuflucht fanden. Foto Mai 2011.
Juni 2017, hier wird die Freileitung entfernt
Bild unten: Auch die Oberleitung vom Rodensleber Feldweg (Schlüter‘s Garten), wurde demontiert und durch doppelte Führung von Leitungen in der Erde ersetzt. Bei einer Havarie könnte das Hemsdorf aus Richtung Wellen, als auch aus Richtung Groß Rodensleben versorgt werden.
23.Juni 2016, die Leitungen sind ab undder Turm ausgeräumt ...
erstellt am 28.Juni 2017
Juni 2016, auch die Masten wurden entfernt
Er waren umfangreiche Arbeiten nötig um den geplanten Stromfluss herzustellen. Leitungen wurden demontiert und Masten entfernt
27. Juni 2016, Georg Meier und Udo Meier Juni 2016 - Anwesen von Familie Fleischer, Fam. Rudolf, E. Geodicke, Speicher, Turm, 28. Juni 2016, der Abriss beginnt 28. Juni 2016, der Abriss ist in Gange 28. Juni 2016, der Abriss ist in Gange 28. Juni 2016, der Abriss ist in Gange 28. Juni 2016, der Abriss ist im Gange, hier die Tür 28. Juni 2016, der Abriss ist in Gange 28. Juni 2016, der Abriss ist in Gange, das Dach wird angeknabbert 28. Juni 2016, der Abriss ist in Gange 28. Juni 2016, der Abriss ist in Gange 28. Juni 2016, der Abriss ist in Gange, ein 3/4 Stunde ist erst vergangen 28. Juni 2016, der Abriss ist in Gange 28. Juni 2016, der Abriss ist im Gange, dass Finale beginnt 28. Juni 2016, der Abriss ist in Gange, das Finale 28. Juni 2016, der Abriss, dass Finale - nach  1er Stunde fällt das Dach ... 28. Juni 2016, der Rest ist vermutlich Routine 28. Juni 2016, der Rest ist vermutlich Routine 28. Juni 2017, die letzte Wand fällt 28. Juni 2017, die letzte Wand fällt 28. Juni 2016, 08:33 Uhr es gibt kein Turm mehr 06. Juli 2016, wiederum fast zur selben Uhrzeit 08:38 steht die neue Station
Eigentlich müssten die Daumen nach unten zeigen, aber das hätte auch nicht mehr geholfen. Es sind die letzten Bilder vor dem Abriss.
Übrig geblieben ist die Dach-First-Kugel die Brandschutztafel, das Wartungsbuch, ein Schreibpult und Schaltpläne
übriggeblieben das ehemalige Stationsschild das Stationsbuch eine sogenannte Belastungskarte aus dem Jahre 1986(?) Stationsbuch letzter Eintrag vom 24.07.2010 Stationsbuch, erster Eintrag vom 01.07.1998 Szkizze aus dem Jahre 1973 Schaltbild vom 21.08.1963 die obligatorische "Erste Hilfe Tafel" Die Dachfirstkugel hat den Sturz aus der Höhe überlebt das Schreibpult mit diversen Sachen und Stationsbuch
Über 25 Jahre war der Turm da wenn ich aufwachte. Je nach Jahreszeit war auf dem Dach immer was los. Die Spatzen bauten Nester, die Amsel machte die Dachrinne sauber oder gab das allmorgendliche Konzert.
Am 28. Juli 2016 begann der Abriss des Trafostation F1501.. in Hemsdorf
Am 06.Juli 2016 wurde die neue Trafostation gesetzt.
Beneidenswert sind die Orte wo es möglich war, die „Alten Häuser“ zu erhalten.
So in Ochtmersleben, in Wellen, in Hohendodeleben, in Domersleben, in Eichenbarleben usw.
Felix Zimpel (8 Jahre) am 27. Juni 2016
April 2017
Januar 2017
Hemsdorf mit neuer Ansicht
Das älteste Dokument ist aus dem Jahr 1963
die heutige Ansicht mit Blick in die Schrotestraße, Bild Juli 2017 die heutige Ansicht, Bild Juli 2017
Moderne Technik erleichtert heute vieles. 1968 und Jahre danach haben die Monteure noch die Masten mit Steigeisen erklimmen müssen.
Richtung
Inhaltsverzeichnis
Aus dem Jahr 1925 stammt diese Aufnahme. Der Turm so wie er erbaut wurde. Auch der Speicher links noch im Original. Auch der zweite Turm im Hintergrund links ist gut zu erkennen
Übrigens, Hemsdorf hat damals mit einer Spannung von 110V angefangen. Selbst nach dem Krieg (2. Weltkrieg) war die Spannung in der Leitung nicht viel höher. Es war sogar so, dass in den Häusern des kleinen Dorfes unterschiedliche Spannungen herrschten. Von 110, 127 Volt bis den heute üblichen 220 Volt war wohl alles vertreten. Es kam sogar vor, dass auf größeren Grundstücken unterschiedliche Spannungen in den Häusern anlag. Bei uns war es so, dass meine Mutter, Hildegard Meier, Geräte wie Herd oder Bügeleisen, die sicherlich mit großer Anstrengung nach dem Krieg gekauft waren und mit 220 Volt betrieben wurden nicht genutzt werden konnten, da im Haus, jetzige Schrotestraße 19, nur 110 Volt vorhanden waren. Erst der Elekriker Alber Selle aus Ochtmersleben machte sich dabei und verlegte neue Leitungen im Haus, und stellte das Hausnetzt auf 220 Volt um. Meine Mutter hat sich riesig gefreut. Viele erinnern sich wohl noch an die Stromregler unter oder neben dem Fernsehgerät um die Spannung für das TV-Bild konstant zu halten, unm nicht ein verzerrte Bild bei Überspannung oder schwarze Ränder oben und unten auf der Bildröhre bei Unterspannung zu haben. Aber vor allem um nicht das Fernsehgerät zu ruinieren. Es war im Ort nämlich bis weit in den 1960er so, dass unten am Turm (Trafohaus), eine viel höhere Spannung eingespeist wurde als 230 Volt, damit bei den Häusern, die weiter vom Turm entfernt lagen, auch noch um die 220 Volt ankamen. Um diese Unterschiede auszugleichen hatte man den Fersehapparat an einen externen Stromregler angeschlossen und per Hand wurde dann optimal nachgeregelt, was einem ständig vom Sessel hoch trieb.
Der erste Fernsehapparat in Hemsdorf war ein „Rembrand“. Er stand bei der Familie Otto Memel, der auch die Hausschlachtungen in Hemsdorf und Umgebeung zur Winterzeit durchführte. Die Hemsdorfer waren natürlich neugierig wie sowas funktioniert und was man alles sehen kann. Und so trafen sich etliche Hemsdorfer bei Otto zum Fernsehgucken. „Dat is ja gerade so, al wenne man durchs Schlötellock taukucken mosst“ - „Das ist ja gerade so als wenn man durchs Schlüsselloch zugucken musst.“
TV Gerät „Rembrand“ und Spannungsregler wie wir ihn selber im Haus hatten.
Foto: Internet