letzte Aktualisierung  05. April  2019
Diese Seite wurde am 23.Juni 2018 erstellt!
Für Hemsdorf das Tor zur Welt - der  Bahnhof Ochtmersleben Wetter am 02. Dezember 2018
Foto. von Rudolf Werner
Quellen 1) Centralblatt für Eisenbahnen und Dampfschiffahrt Nr.86 1872 2) Im Duden aus dem Jahre 1911 steht dazu. „Bleek, (ndrd.); Fläche, Ebene; öfter im Namen für öffentliche Plätze, z. B. Kaiserbleek,
Das Titelfoto zeig das durchaus imposante Bahnhofsgebäude auf dem Bahnhof Ochtmersleben. Es veranschaulicht auch die Bedeutung der Weiterentwicklung der Transportwege zu dieser Zeit. Zu dieser Zeit scheint es, dass man auch noch repräsentieren wollte. Es reichte nicht bloß eine Unterstellmöglichkeit für die Fahrgäste, wie um 1993 durch die Deutsche Bundesbahn, nach dem Abriss des historischen Bahnkomplexes, zwischen den Gleisen hingestellt wurde. Man war noch wer, als Institution und wenn man verreiste und dafür die Eisenbahn benutzte.
Gebaut wurde die Bahnstrecke durch die Magdeburg- Halberstädter Eisenbahn (MHE) ab dem frühen 1860 Jahren. Unter dem Link: h t t p s : / / d e . w i k i p e d i a . o r g / w i k i / B a h n s t r e c k e _ B r a u n s c h w e i g %E2%80%9 3Magdeb urg kannst du in WIKIPEDIA noch mehr Details erfahren.
W ann ich das erste Mal mit dem Zug verreist bin, so sagte man wohl damals wenn man Hemsdorf verlassen hat, weiß ich gar nicht mehr so genau. Möglicherweise war es um das Jahr 1962 und es ging in die Stadt, die da heißt Magdeburg. Zum Bahnhof ging es wahrscheinlich zu Fuß, was üblich war. Eine zweite Möglichkeit wäre mit dem Fahrrad gewesen. Auch da gab es zwei Möglichkeiten: 1. mit zwei Fahrräder oder 2. mit einem und ich vor Muttern auf dem kleinen Sattel der am Radrahmen mit den Fußstützen links und rechts an der Fahrradgabel. Mit Sicherheit hätten wir dann unsere Räder auf den Fahrradschuppen untergestellt. Ich wäre überfragt, ob für die Unterstellung ein Obolus zu entrichten war. Ich habe aber jetzt gehört, 20 Pfennig hat es gekostet und wurde am Fahrkartenschalter beim Kauf der Fahrkarte mitbezahlt. „Ich hab dass noch so vor mir , die Gepäckabfertigung und wenn wir unsere Fahrräder da oben auf dem Boden abgestellt haben. Wenn das Tor aufgeschoben wurde, mit dem großen Haken zum verriegeln, und der Rampe davor. Das Geräusch wenn die „Bahnaufsicht“, in Person auch Fahrkartenverkäufer-(innen)-, Fahrradschuppen- aufschließer(innen)-, Bahnsteigtür-aufschließer(innen)-, Farkartenentwerter(innen)“, dass Rolltor beiseite geschoben hat“ . Sind bestimmt nicht die Einzigen Erinnerungen die viele damit verbinden. Es war ein bewachter Fahrradstand. Die Fahrräder musste man in einen der riesigen Ständer hängen. Die Stahlgerüste hatten oben an einem Querrohr einen Haken, in dem man das Vorderrad einhängen konnten. Die Räder hingen dann dicht an dicht nebeneinander. Der ganze Schuppen war damit ausgefüllt und wer zu spät dran war bekam auch keinen Platz mehr, so viele fuhren damals mit dem Zug. Für einige , besonders für die Frauen war es manchmal ganz schön mühselig „das Rad an den „Haken“ zu bekommen. Meistens gab es aber Hilfe von weiteren Reisenden. Zum Fahrradschuppen ging es von außen an der linken Seite über eine betonierte Rampe, die vor den Schuppen gebaut war.
Das Titelbild zeigt eine Gleisbaukolonne am Bahnhof Ochtmersleben. Gut zu erkennen ist das Hauptgebäude und auch die Nebengebäude links im Bild. Hier befanden sich die Toiletten des Bahnhofes. Das Bild ist um 1925 entstanden. 1993 wurde das Hauptgebäude und andere Bahngebäude wie Lagerschuppen, Rampe,Stellwerk, abgerissen. Ob auch Hemsdorfer mit auf dem Foto zu sehen sind , ist mir nicht bekannt. Hinter dem Bahnhofsgebäude lugt ein Hausgiebel mit Fenster hervor. Er gehört zum Wohnhaus der Familie König.
Auf der rechten Seite , wie auf dem Foto zu sehen ist, war eine massive Holztreppe. Ob diese Treppe bis zum Schluss vorhanden war, oder auch durch eine betonierte Schräge ersetzt wurde, bin ich mir, angesichts des Fotos nicht mehr ganz sicher. Dann waren riesige Rolltore aus Holz, die den großen Schuppen versperrten und nur zu den Ankunftszeiten und zu vor der Abfahrt der Personenzüge geöffnet waren. Manchmal waren auch Stückgüter gelagert, die mit dem Zug ankamen oder verschickt wurden. Später vermutlich in den 80er Jahren war der Fahrradstand nicht mehr verschlossen und galt auch nicht mehr als gesichert, dafür entfielen die 20 Pfennig für das auf- und zuschließen. Im Hemsdorfer Sprachgebrauch hießen diese wohl „Garten- Bleeker“ 2) , so sprach man jedenfalls bei uns in der Familie. Schrebergarten sagte damals keiner. Dass letzte Stück bis zur Brücke über die Schienen ging über einen Trampelpfad quer über den Acker und mündete dann unmittelbar vor der Brücke auf den Feldweg , der von Ochtmersleben kommend die Hemsdorfer Chaussee querte und dann über den Mühlenberg nach Groß Rodensleben führte . Dieses Stück wurde jedes Jahr neu in den Gepflügten Acker getrampelt und durchquerte dann dann das Weizen-, Rüben- Mais-, oder Kohlfeld, je nachdem was gerade durch die LPG bestellt war. Bis zu diesem Trampelpfad führte ein breiterer Grasweg, der auch mit den Pferdewagen befahren werden konnte. Nach rechts über die Brücke ging es hinter dieser dann links, an dem noch heute vorhandenen Fliederbusch, auf einen schmalen mehr oder weniger gut befahrenen Weg auf dem Bahndamm, am Stellwerk und Rampe vorbei, zum Bahnhof. Vor dem Güterschuppen , was auch der Fahrradschuppen war, vorgebaut war eine Rampe. Sie war genau so lang wie der Fahrradschuppen und hatte zu beiden Seiten eine schräge Auffahrt. Später mit vielleicht mit 10 Jahren , also um 1965, als wir Kinder unseren Horizont um Hemsdorf schon erweitert hatten , war das eine beliebte Fahrradpiste zum Bahnhof. Bis zur Brücke , dort warten bis eine Dampfloks kam, die uns mit ihrem Gemisch von Wasserdampf und Qualm einhüllte. Dann weiter um den Fliederbusch auf den Bahndamm Richtung Stellwerk bis zur Rampen am Güterschuppen.
Der Fliederbusch an der Brücke im Jahr 2017
Links: Der Fliederbusch auf der Ochtmerslebener Seite, heute (2017). Am linken Ende war der Weg über die Brücke. Dahinter befinden sich die Schienen. Rechts: Das Brückenfundament der gesprengten Brücke mit damaligen Fliederbusch auf der Ochtmerslebener Seite (um1970). Einer von den Kirschbäumen, die links und rechts den Feldweg bis nach Ochtmersleben säumten, ist noch gut erkennbar.
Jetzt bin ich aber ein bisschen vom eigentlichen Thema meiner Geschichte abgekommen. Eigentlich wollte ich weiter berichten, dass der Eisenbahnwagon mit dem wir zur Stadt fuhren noch separate Abteile hatte. Das Reiseabteil hatte zwei gegenüberliegende hölzerne Sitzbänke. Die Stufen des Einstieges konnte ich alleine nicht erreichen und, das weiß ich noch, es war sehr anstrengend überhaupt in das Abteil zukommen. Die Farbe der sehr glatten, hölzernen, Sitze, waren ein Gemisch zwischen rot-braun und gelb-braun. Ein Schaffner konnte während der Fahrt nicht kommen, da die Abteile nicht miteinander verbunden waren. Die Fenster wurden noch mit einem Lederriemen (Kunstleder mit Gewebe) geöffnet. Mit den eingestanzten Löcher in den Riemen konnte man einstellen, wie weit das Fenster offen stehen sollte. Wahrscheinlich waren auch noch andere Personenwagen angehängt. Das waren diese mit den Grünen Kunstledersitzen und wo man durch den Zug gehen konnte. Mit diesen fuhr ich später noch, bis in den 70er Jahren.
Ankunft auf dem Bahnhof Ochtmersleben. Aufnahme wahrscheinlich nach 1935. Der Zug kam aus Richtung Magdeburg. Foto: von Rudolf Werner
Foto aus der Sammlung von Rudolf Werner
Durchfahrt einer Dampflok unter der Brücke. Wahrscheinlich um 1940 Ein Güterzug aus Richtung Magdeburg nähert sich der Brücke. Foto um 1965 (?) Fotografiert am Uhlenhoch (nähe Bude 9). Der Wegweiserstein markiert die Wegegabelung Ochtmersleben-Hemsdorf-Wellen. Teile der um 1970 gesprengten Brücke, hier auf der Otsmerslebener Seite

Die

Eisenbahnstrecke

Magdeburg

(Central-Bahnhof)

-

Helmstedt

mit

den

Stationen

Magdeburg

(Central-Bahnhof),

Sudenburg,

Niederndodeleben,

Ochtmersleben,

Drackenstedt,

Eisleben,

Wefensleben

und

Helmstedt

wurde

am

01.

Juli

1872

für

den

Personen- und Gepäckverkehr eröffnet.

1)

Nordseite des Empfangsgebäude um 1944, links der Fahrrad- und Gepäckschuppen
Das obere Foto zeigt im linken Teil den Güterschuppen, mit den Toren und der Rampe davor. Beide Seiten hatten am Anfang eine Treppe. Später wurde zumindest die auf der linken Seite durch eine Schräge aus Beton ersetzt. Das Foto ist vom Juli 1944. Bruno Ostrowski war zu dieser Zeit und bis 1947 Dienstvorsteher. Dieser ist unten in der Tür zu sehen. oben der Balkon gehört zur Dienstwohnung. Linke offen Tür am Haus ist der Eingang zur Schalterhalle und zum Fahrkartenschalter. Das klein Fenste rechts neben den Größere war gehörte zur Toilette der Wohnungen
Das kein Schaffner notwendig war, lag wahrscheinlich auch daran, dass man damals nicht ohne Fahrkarte auf den Bahnsteig und in den Zug gelangen konnte. Der Bahnsteig war mit einem Zaun abgesperrt. Einlass gab es nur zum Zeitpunkt der einfahrenden Zügen. Entweder in Richtung Wellen-Magdeburg oder Dreileben/Drackenstedt-Marienborn. Dazu kaufte man sich vorher eine Fahrkarte am ……… Fahrkartenschalter. Einer (vorgedruckten?) Pappfahrkarte wurde ein Tagesstempel eingestanzt. Über den legendären „Drehschalter“ wechselte dann Fahrkarte und Fahrgeld den Besitzer. Man konnte dann durch die Bahnhofshalle in einen Warteraum gehen oder auch draußen vor der Tür zu den Gleisen warten. Bei Regen, schlechtem Wetter oder im Winter wartete man drinnen im Wartesaal, der dann auch beheizt werden konnte. Wenn der Zug dann in den Bahnhof einfuhr, wurde dieser durch die Bahnaufsicht ausgerufen und die Tür am Zaun zu den Gleisen Aufgeschlossen. Als der Bahnhof gebaut wurde, waren die einzelnen Räume der „Abfertigung“ im Bahnhof in Zugfahrklassen - Reiseklassen oder Wagenklassen eingeteilt. Besser bekannt unter Erster Klasse , Zweiter Klasse oder Dritter Klasse. Denn im Raum am Fahrkartenschalter war im Gegensatz zu dem anderen Wartesaal kein Ofen zum Heizen, sondern nur ein paar Holzbänke. Ich kann mich allerdings nur daran erinnern, das es von und nach Magdeburg die 2. Klasse gab. Es war egal in welchem Saal man auf den Zug wartete.
Gleisplan des Bahnhof Ochtmersleben aus dem Jahre 1953
Foto zur Verfügung gestellt von P. Assel, Förderverein „Kulturhaus Hemsdorf“
Foto zur Verfügung gestellt von P. Assel, Förderverein „Kulturhaus Hemsdorf“
Im linken Bild durchfährt gerade eine Lok die Brücke in Richtung Bahnhof Ochtmersleben. Links ist auch der Fliederbusch zu sehen. Der Baum wahrscheinlich eine Kastanie. An diese kann ich mich nicht erinnern. Aber auf der Hemsdorfer Seite stand ebenfalls ein Kastanienbaum. Foto: Burkhard Pitschmann
Brücke und Bahngleise gehörte für uns Hemsdorfer Jungen Mitte der 60er Jahre mit zu unserem Erkundungsbereich. Die Züge, es fuhren immer noch viele Dampfloks, kündigten sich schon von weitem schnaufend an. Die Züge - wie zum Beispiel die Taigatrommel - waren nicht so leise wie die heutigen und auch nicht so schnell unterwegs. Denn, wenn auf dem Bahnsteig Fahrgäste auf den einfahrenden Zug warteten, dann kam auch kein Güterzug oder anderer Schnellzug durchgefahren. Zu den Bahnsteigen ging es oberhalb über die Gleise. Erst wenn alle Fahrgäste eingestiegen waren, war es möglich, dass der Regionalzug meistens auf dem Nebengleis auf einen Durchfahrtszug warten musste.
Wie gesagt, manchmal spielten wir auch an und unter der Brücke. Beliebt war das Auflegen eines Geldstück auf die Gleise. Dass musste ziemlich geschickt erfolgen, damit das Geldstück nur an einer Seite platt gefahren wurde und nicht als Abdruck auf dem Gleis verloren ging. Die Aluminiummünzen waren dafür gut geeignet. Zum heimlichen Rauchen war die Brücke ebenfalls ein gutes Versteck. Leute kamen hier nur selten vorbei und dann nur zu den Fahrzeiten der Personenzüge. Damals ging man ja noch Kilometer um heimlich die ersten Zigaretten zu qualmen. Auch das Aufsammeln leerer bunten Bier- und Brausebüchsen, die aus den Fenster der Interzonenzüge geflogen waren, war eine willkommene Abwechslung und wenn sie noch gut erhalten waren begehrte Sammlerstücke. Wenn Züge angefahren kamen galt es sich natürlich rechtzeitig zu verstecken. Entweder im bewachsenen Dickicht am Bahndamm oder schnell hoch auf den Acker. Sonst konnte es sein, dass eine Meldung vom Zug den ABV (Abschnittsbevollmächtigter der Deutschen Volkspolizei) erreichte und dieser dann zu Hause auf uns wartete. So geschehen, als ich mit Lutz Schwarzkopf in der Nähe der Bude 9 , in einen Fuchsbau eine Höhle bauen wollte. Irgendjemand hat Herrn Pokora unseren ABV aus Groß Rodensleben, der auch für Hemsdorf zuständig war, losgeschickt. Als ich nach Hause kam, saß Herr Pokora bei meinen Eltern in der Küche und es gab ein mächtiges Donnerwetter, und Belehrungen, dass man bei den Schienen nicht spielen darf. Aus heutiger Sicht, behaupte ich mal, dass meine Eltern und Herr Pokora sich mächtig amüsiert haben über die erzieherische Maßnahme. Damals waren die Polizisten aber wenigsten noch Respektpersonen.
Zum richtigen Bahnreisenden in die Stadt wurde ich erst mit Beginn meiner Lehrzeit 1972. Vorher ging es mal mit der Schulklasse ins Theater. Auch mal ins Magdeburger Stadtbad (Maxim-Gorki-Straße) oder in die Elbeschwimmhalle, was schon was besonderes war, meistens mit Olaf Schwarzkopf, - der hatte auch immer gute Ideen. Als Lehrling zum Maschinen-und Anlagenmonteur (MAM), in den VEB Schwermaschinenbau „Georgi Dimitroff“ nach Buckau, das hieß morgens mit dem 2. Zug in die Stadt. Das bedeutete gegen 04:30 Uhr aufstehen und mit dem Fahrrad bei Wind und Wetter zum Bahnhof - beim wegstellen des Fahrrades auf dem bewachten Fahrradschuppen keinem Stammplatz besetzen, bedeutete - sein Fahrrad im Schuppen ganz nach hinten an den Haken hängen. …… …. und dann kurz in den Wartesaal oder draußen am Zaun warten bis die Tür zum Bahnsteig aufgeschlossen wurde.
Es gab drei wichtige Züge für die , die in die Stadt zur Arbeit fuhren. Man fuhr mit dem Ersten. Das waren die ganz Frühaufsteher. Der Zug fuhr um 4:46 Uhr vom Bahnhof Ochtmersleben und war gegen 05.11Uhr in Magdeburg Hbf. Fleischer die auf dem Schlachthof arbeiteten, wie, Martin Goedicke, Klaus Goedicke Die auf dem Bau arbeiteten, Rudi Meyenberg XXXXXXXXXXXXXXXXXXxxxxx. Mit dem Zweiten Zug fuhren die meisten Arbeiter. Diese arbeiteten dann in den großen Schwermaschinen Betriebe, SKET, Georgi Dimitroff, Karl- Marx, Erich Weinert. Abfahrt in Ochtmersleben war 05:31 Uhr und die Ankunft auf dem Hauptbahnhof 05:58 Uhr.
Fahrplan aus dem Jahr 1972 von Thomas Finke Fahrplan aus dem Jahr 1972 von Thomas Finke
Mit dem dritten Zug fuhren meisten die Verkäuferinnen und Bürokräfte, Er fuhr um 06:25 Uhr vom Bahnhof Ochtmersleben. Diejenigen, die in die Stadt zum einkaufen oder zum Arzt mussten fuhren mit dem Zug um 09:15 Uhr. Dann waren die Geschäfte schon geöffnet wenn man ankam und man versuchte mit dem Zug um 13:30 Uhr wieder nach Hause zu fahren. Die Arbeiter, die mit dem ersten Zug zur Arbeit nutzten, fuhren meistens mit dem um 14:59 Uhr in Richtung Ochtmersleben wieder nach Hause. Die Anderen um 16:37 Uhr oder 16:55 Uhr. Der erstere stand immer schon auf Bahnsteig 9 bereit, der letztere kam aus Brandenburg. Wer diese beiden Züge nicht schaffte musste dann bis 18:33 Uhr warten, da zwischendurch kein Zug fuhr. Mit diesen Zügen fuhren nicht nur Hemsdorfer, sondern auch Groß Rodensleber, Ochtmersleber und vereinzelte aus Eichenbarleben.
Die Fahrpläne stammen aus dem Jahr 1972, danke T. Finke
I n Groß Rodensleben und Eichenbarleben fuhren zu dieser Zeit morgens auch Busse in die Stadt, doch der Platzt reichte bei weitem nicht für alle Arbeiter aus. Wie ich erfuhr, gingen aus Eichenbarleben auch jeden Morgen und Abend einige Leute zu Fuß. Auch aus Groß Rodensleben, z. B. Georg Wartenberg und sicherlich auch Leute aus Ochtmersleben. Heute wäre das wahrscheinlich undenkb ar.
Foto im Text: Georg, mein Bruder fährt klein Udo, also mich in einem Fahrradkorb spazieren. Leider habe ich kein Fahrrad mit Kindersattel aus DDR-Zeit gefunden. (1956)
Pfandmarke für abgestellte Fahrräder
Foto vor/um 1940. Zu erkennen an der Bahnhofsuhr, die erst nach 1940 durch einen runde Uhr ersetzt wurde
Der Ochtmersleben / Bahnhof / auf der rechten Seite des Gebäude wurde in den späteren Jahren auch noch ein Balkon angebaut.
Pfandmarke für eingestellte Fahrräder auf den Bahnhof Ochtmersleben. Inschrift: 6 Ochtmersl. ; 1 Fahrrad WIRD NUR GEGEN RÜCKGABE DIESER MARKE AUSGELIEFERT
Hansen‘s Gaststätten“ um 1940, mit Saal. Seit mindestens 1909 ist die Gaststätte in Familienbesitz und eng mit dem „Kaiserlich- K ö n i g l i c h e n - S c h ü t z e n v e r e i n (gegründet 1911) verbunden
Stammfahrer um 1970 waren: Mit den 1. Zug: Martin Goedecke; Klaus Goedecke. Beide arbeiteten auf dem Schlachthof Sudenburg. Hermann Schlüter, bei der Deutschen Reichsbahn (DR). Mit dem 2. Zug: Udo Meier , Conny Werner, Jürgen Memel, im Schwermaschinenbau „Georgi Dimitroff (Buckau). Wilfried Geodecke (senj), Richard Müller, Martin Assel, Rudi Meyenberg; Jürgen Meyenberg, Trabanttruhe; Manfred Bennewitz, Wolfgang Schulze, Mit dem 3. Zug:
Irgendwann im Jahr 2017 entschloss ich mich den Bahnhof Ochtmersleben in meiner Homepage mit einzubeziehen. Ist er doch, wie bereits erwähnt, für viele Hemsdorfer seit 1872 die Möglichkeit in die „große, weite Welt“ zu reisen“. In erster Linie aber wurde die Bahn benutzt um in die Stadt zu fahren, zum arbeiten. Damit verbunden war natürlich auch die höhere Mobilität und Flexibilität der Bewohner von Hemsdorf in andere Orte zu reisen. Vorher möglicherweise mit der Postkutsche oder den normalen Pferdewagen. Selbst das Fahrrad mit Kettenantrieb, wie wir es heute kennen und wenn wir uns erinnern, mit dem man auch schon größere Strecken zurücklegen konnte, wurde erst 1884 erfunden. Also wurde damals gar nicht lange gefackelt und gemurrt, wenn es hieß wir gehen in die Stadt. Auch aus den Erzählungen kenne ich noch, dass in den 30er einige Leute aus Hemsdorf mit der Kiepe auf den Rücken entlang des Scheibenbergs, Richtung Niederndodeleben, zur Stadt gegangen sind, um dort ihr -Gemüse, Eier, vielleicht auch Blumen und anderes, zu
verkaufen. Auf dem Rückweg wurden dann wahrscheinlich wieder andere Waren mit zurückgenommen (wie bei König Drosselbart). Mein Vater hat mal erzählt, dass er mit dem Fahrrad bis Berlin gefahren ist, um dort zu arbeiten. Ob da was dran ist, kann ich leider nicht mehr berichten. Sicherlich nicht an einem Tag hin und zurück, aber um kosten zu sparen , über die Woche ist schon realistisch. Ich erinnere nur an die Weltwirtschaftskrise, wo jeder nach den berüchtigten Grashalm suchte um eine Job zu bekommen. Mein Vater war zu diesem Zeitpunkt um die 20 Jahre alt. Als er in Helmstedt als Tagelöhner (?) Arbeit fand, hat er weniger als 5 Mark nach Hause getragen.
Das Foto ist vermutlich von Anfang der 60er Jahre. Es zeigt neben einigen Gästen der Bahnhofswirtschaft auch die Betreiber dieser. Es sind die Eheleute Nimetz oder Niemetz, zweiter von links und zweite von rechts. Diese haben die Gaststätte vermutlich nach den Eheleuten Pitschmann übernommen.
Soweit zurück habe ich 2017 natürlich nicht gedacht. Mein Ansinnen war eigentlich mal sehen was sich jenseits der ehemaligen Brücke, auf der Ochtmersleber Seite und natürlich am Bahndamm Richtung Bahnhof verändert hat, oder auch noch bekanntermaßen vorhanden ist. Angefangen habe deshalb im Hemsdorfer Weg in Ochtmersleben. Ich war angenehm überrascht, dass immer noch einige dieser alten Kirschbäume stehen, die wir geräubert haben, wenn wir aus der Badeanstalt zurück gefahren oder auch gegangen sind. In Höhe des Strommasten stand damals eine kleiner Holzschuppen, in dem der Kirchenpächter seine Utensilien aufbewahrte. Da er immer was gegen unseren Mundraub war und uns gegenüber auch gerade nicht zimperlich umsetzte, haben wir in mal in seinen Schuppen eingesperrt. Er kramte gerade im Schuppen als wir dort auf dem nach Hause weg vorbei kamen. Tür zu und Riegel vor und dann im Laufschritt bis nach Hemsdorf zurück. Mindestens jedoch bis zu Brücke. Ob wir an diesem Nachmittag noch in den Kirschbäumen waren, ist unwahrscheinlich. Vielmehr waren wir bedacht uns in Sicherheit zu bringen, falls es dem „Kirschenpächter“ gelang sich aus seinen Schuppen zu befreien.
Ferienzeit mit Ferienspiele: Auf zur Badeanstalt nach Eichenbarleben, Aufnahme von 1966
Um 1965, brav den Nachbarn an die Hand genommen, damit keiner verloren geht. Wahrscheinlich in den Ferienspielen ging es über die Brücke entlang des O c h t m e r s l e b e r Feldweges nach Eichenbarleben …. …. in die Badeanstalt. Hier marschieren wir gerade an den Gärten in Ochtmersleben (Hemsdorfer Weg) ein. Foto: Monika Braumann
Erster links: Klaus Geodecke?, zweiter links Erhard Geodecke , daneben rechts Jürgen Meyenberg, dazwischen Wilfried (Bummi) Geodecke, weiter hinten mit der Bubikopf Ute Schwarzkopf, hinter Bummi, könnte noch Olaf Schwarzkopf zu sehen sein.
Ortseingang von Ochtmersleben, Foto von 2017
Foto: T. Finke
Fotografiert am Uhlenhoch (nähe Bude 9). Der Wegweiserstein markiert die Wegegabelung Ochtmersleben-Hemsdorf-Wellen. Foto zur Verfügung gestellt von P. Assel, Förderverein „Kulturhaus Hemsdorf“
Das obere Foto zeigt im linken Teil den Güterschuppen, mit den Toren und der Rampe davor. Beide Seiten hatten am Anfang eine Treppe. Später wurde zumindest die auf der linken Seite durch eine Schräge aus Beton ersetzt. Das Foto ist vom Juli 1944. Bruno Ostrowski war zu dieser Zeit und bis 1947 Dienstvorsteher. Dieser ist unten in der Tür zu sehen. oben der Balkon gehört zur Dienstwohnung. Linke offen Tür am Haus ist der Eingang zur Schalterhalle und zum Fahrkartenschalter. Das klein Fenste rechts neben den Größere war gehörte zur Toilette der Wohnungen
Foto: S. Assel

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Teil 1, Seite 1 Das Empfangsgebäude des Bahnhof Ochtmersleben. Um 1900 (?) Eine Runde durchs Dorf? Klein Udo wird von seinem Bruder Georg im Fahrradkörbchen umhergekutscht. Foto um 1956. Hier weiterlesen
Gleisplan des Ochtmerslebener Bahnhof aus dem Jahr 1953.
Zur Verfügung gestellt durch J. Strauß
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