Hemsdorf, Spätherbst

1944

Ein Dorfspaziergang

Aus

den

Erinnerungen

und

aufgeschrieben

von

Rudolf (Rudi) Werner.

letzte Aktualisierung  08. Juni  2020
Diese Seite wurde am 23. Februar 2020 erstellt!
Wetter im Juni und Juli 2018
Hemsdorf, der Blick von der Dorfkirche in Richtung Klein Rodensleben - Domersleben. Das Bild entstand um das Jahr 1974 und stellte Axel Memel zur Verfügung. Im Hintergrund , grob beschrieben, von links beginnend: der der Weg zum Scheibenberg, Buschgruppe des Wartberges bei Niederndodeleben, der Steinbruch - wieder weiter vorne, rechts schließt sich dann die Hohe Welle und Klein Rodensleben an. Wir Blicken ganz vorn, über das Wohnhaus der Familie Müller und den jetzt so nicht mehr vorhandenen Stall. Dahinter mit den zwei Schornsteinen, das 1771 erbaute Wohnhaus der Familie Braumann und der dahinter mittlerweile eingefalle Scheune und rechts den Stall zum Dorfanger. Geradezu, der „Turm“, das Trafohaus - jetzt auch abgerissen, siehe Homepage. Rechts daneben der Giebel des großen Speicher „Die alte Kaserne“, davor das Wohnhaus der Familie Willi Meier, ehemals um 1890 als Altenteil und Labor erbaut.

Teil 2

Die Häuser auf der heutigen Schrotestraße

Von Rudolf (Rudi) Werner

Hemsdorf als kleines Angerdorf, an dessen Dorfeingang sich die Straße gabelte, etwa mittig den Anger und Teich einschloß, und unten mit einem Feldweg weiterführte, hatte für die 2 Dorfstraßen keinen Straßennamen. Befand man sich auf der einen, dann war die andere der 2 “die andere Straate” .
Mit der “Kaserne” wie das große zum Gut Raecke gehörende Backsteingebäude genannt wird, beginne ich. [Daraus wurde dann umgangssprachlich der Speicher , es gab auch noch die “Alte Kaserne” , die vor dem ersten Torbogen des Gutes stand]. In der unteren ebenerdigen Etage befindet sich, vorn ein Raum mit der Schmiede und der Holzwerkstatt. In der kurzen Zeit 1940, als mein Vater dort als Schmied arbeitete, habe ich oft den Blasebalg der Feldschmiede getreten. Auch sonst habe ich dort gerne herumgewerkelt. In den nachfolgenden Wohnräumen, in denen früher die Saisonarbeiterinnen aus Ostpreußen und Polen untergebracht waren, sind jetzt russische Kriegsgefangene und ukrainische Zwangsarbeiterinnen untergebracht. Die nahm man einzeln gar nicht war, denn im Dorf traf man Franzosen, Polen, Russen Litauer, und eben Ukrainerinnen. Ein Litauer starb an den Verzehr von grünen Äpfel, auf die er Wasser trank. Der wurde unter großem Wehklagen seiner Leidensgenossen-Genossinnen, auf den Friedhof beerdigt. Das gesamte Obergeschoß des Gebäudes diente als Kornspeicher. Das Korn wurde mittels eines Gebläses vom Wagen zur Lagerung hochgeblasen.Ich war mal da oben und habe die Masse an Korn gesehen. Durch die überdachte Durchfahrt zwischen Kaserne und dem Wohnhaus, gelangte man auf einen Hof. Hinterliegend [vor der Schrote] ein langer Schuppen. Darin befand sich vorn die Schrotmühle und sonstige Gerätschaften. Unsere Familie erhielt, als Zugehörige der auf dem Gut Beschäftigten, Gerstenkorn für Futterzwecke. Für unser Schwein ließen wir dort Korn schroten. Von der Wehrmacht eingelagert befanden sich im Schuppen Ballen und Säcke mit Heilkräuter, Süßholz, Kümmel, Kamille und andere.
Einige der Lagerungen waren in Säcke abgepackt. Das material der Säcke bestand aus mehrfarbigen Kunstfasern, ähnlich Juteband. Nun hatten einige Ukrainerinnen Säcke ausgeschüttet und” aufgerewwelt” [ubgeräbbelt oder obgeräbbelt, gestricktes oder gehäkeltes wieder auftrennen, um dann wieder was neues zu stricken]. Von dem Garn strickten sie dann Pullover. Wegen Sabotage angezeigt, wurden 2(?) vom Dreileber Polizisten abgeführt. Die Armen werden wohl umgebracht worden sein.
Der Anger gehörte der Gemeinde. Am hinteren Ende , der Schrote zu, war für den Schulsport eine Sprunggrube, ein Barren und ein Reck eingebaut. Tauziehen und Völkerball , sowie Hochsprung daselbst abgehalten. Ein kleines Kettenkarussell stand auch schon mal darauf. Angetrieben und in Schwung gebracht wurden die Ketten mit den Sitzen, von im Laufschritt auf der oben gelegenen Plattform, rundlaufen und drücken der Antriebsstangen. Wir Jungen taten das, und für eine gewisse Anzahl geschobener Fahrten, hatten wir Freifahrt. Sonst kostete 1 Fahrt 5 Pfg. Die Gänse und Enten putzten sich, wenn sie aus dem Teich kamen, auf dem Anger die Federn, so das immer Federn auf dem Anger lagen. Meine Großmutter Büttner sammelte oft Federn auf, für die Bettfedern.

Der Speicher

Labor und Altenteil,

heute die Schrotestraße 19/22

Das nächste zum Gutshof gehörende Gebäude ist die große leerstehende frühere Zichoriendarre (Ziechoriendarre). Mein Onkel Fritz, der Raeckes Gladiolenzucht leitete, trocknete auf den dortigen Rosten die Knollen der Gladiolen. Im Winter werden diese von heimischen Frauen für die Neupflanzung im Frühjahr “geputzt” (der Bast entfernt).

Die Zichoriendarre -nur Darre

oder auch die „Alte Kaserne“

Das Kontor oder

auch nur der Turm

Inmitten der zwei mit Steinbögen überspannten Zufahrten zum Gutshof steht das Bürogebäude, Turm genannt. (Nach dem oberen Uhrenturm mit Stundenschlag.) [Reackes selbst bezeichneten das Gebäude als Kontor]. Im Erdgeschoss befindet sich das Büro des Verwalters und des Buchhalters. Verwalter ist Otto Meier [mein Opa]. Im Obergeschoss wohnt Bernhard Werner mit Frau Frieda und Tochter Erika. Bernhard Werner ist als Soldat in Russland gefallen. Tochter Erika leistet bei Raeckes Bruder Hans, auf dessen Gut östlich der Elbe, ihr Pflichtjahr im Haushalt ab.
In dem an der Straße gelegenen Haus, welches als Altenteil der Raeckes diente und ein Labor enthielt, waren zwei leitende Angestellte der BRABAG [Braunkohle-Benzin AG], mit ihren Familien einquartiert. Es war ein aus Portugiesisch Guinea noch rechtzeitig “Heim ins Reich” zurückgekehrter Ingenieur Edler von Hoessel, mit Frau und 5 Kinder. Ein russisches Dienstmädchen war angestellt. Die andere Familie, ein Dr. Wunderling mit Frau und Kind? Die Hoessles hatten von ihrem Hausstand in Afrika allerhand dort heimisches Gerät, Masken und Schnitzereien mitgebracht. Die älteste Tochter Gabriele, (ein Schulmädchen), war mit meiner Schwester Gerhild befreundet, daher erfuhr ich das.
Mitten auf dem Hof des Hof des Gutes liegt der Mistberg. Aus dem auf der linken Seite gelegen Kuhstall und Pferdestall , wird der Mist der Tiere bis zum Winter darauf gelagert. Hauptsächlich im Januar - Februar, wenn der Ackerboden gefroren war und die eisenbereiften Ackerwagen nicht einsackten, wurde der Mist auf die Felder gefahren und vom Wagen per Hand abgeworfen, getoddelt” sagten wir dazu (Mess toddeln [Mist streuen]). Auf dem Feld waren Mieten mit dem eingesäuerten Blättern der im Herbst geernteten Zuckerrüben, “Masse” genannt.Auf dem Feld waren Mieten mit dem eingesäuerten Blättern der im Herbst geernteten Zuckerrüben, “Masse” genannt. Wohl deswegen, weil die Blätter , durch die Last der mit Erde beworfenen Mieten, zur festen Masse wurden. Mit einer Art großer Stichsäge dann scheibenweise zum Futter holen herausgesägt. Die Arbeiter auf dem Gut, und auch bei den anderen Bauern, wurde als Knechte bezeichnet. Das hatte nichts mit Knechtschaft zu tun. Da gab es die Bezeichnung : Pferdeknecht (Päreknecht [Peereknecht]), Ochsenknecht (Ossenknecht), Schweineknecht (Schwieneknecht). Nur die im Kuhstall beschäftigten wurden Schweizer genannt. Auf großen Gütern gab es die Anspänner und Ausspänner . Die Kutscher und Gärtner sowieso. Schweizer, die mit der Milchviehhaltung vertraut waren, kamen als Gastarbeiter aus der Schweiz auf die Güter. Der Name Schwitzer ist davon abgeleitet (im 17. Jh. schon in Klein Rodensleben). Vieles von dem Geschriebenen hat nichts mit dem Dorfspaziergang zu tun. Raeckes Kuhstall betreute mit passendem Namen: Willi Schwitzer. Außer den Zug- und Kutschpferden war ein Ochsengespann dabei. Ein Knecht konnte die nicht halten, als ein Gewitter aufzog, und sie samt Fuhrwerk querfeldein zum Hof zurück stürmten. Bis Anfang des Krieges hielt das Gut eine kleine Herde Merinoschafe (Fell - Persianer genannt). Mein Großvater Friedrich Werner, als Mädchen für Alles auf dem Hof, schlachtete die einige Tage alten Lämmer. Meiner Mamma brachte er öfter ein geschlachtetes Lamm. Die nahm es als Suppenfleisch, zum braten war es zu zart und mager. Mir war es schon über, es zu essen. Nun weiter zu dem Gut gehörenden Gebäuden.

Die große Scheune

Die „Große Scheune“ nahm die gesamte Rückseite des Hofes ein. Gedroschen wurde darin nicht, das geschah bei gutem Wetter wegen dem Druschabfall, wie Mohn oder Mischfutter mit Hafer und Saubohnen (Tekebohnen sagten wir dazu), auf dem Feld. Die Dreschmaschine wurde dazu mittels Treibriemen, von einem Lanz-Bulldog Traktor angetrieben. Links oben auf dem Scheunendach war ein Wagenrad aufgesetzt. Darauf nisteten früher Störche. In den Feuchtwiesen des Schrotetales fanden sie genug Futter für die Jungen, und Mäuse auf den Feldern. Das große Herrenhaus mit dem Wintergarten Anbau, ist ein von außen schön gestalteter Bau. Wir Kinder hatten darin nichts zu suchen, nur  meine Schwester Gerhild kannte, durch das Spielen mit den Raeckes Töchter Uta und Elke(?) die Räumlichkeiten im Haus. Das Ehepaar Raecke hatte noch einen kleinen Sohn Ulf, den Hoferben. Eine germanische Rune als Bestätigung dessen, war über der Eingangstür zur Terrasse angebracht. Raecke war im Gegensatz zu den anderen “Granden” des Dorfes (Voigt, Jacobs, Spieß …) kein Nazi. Er hatte sich an deren Aktivitäten nicht beteiligt. Unser Lehrer Banse hat sich darüber geärgert, weil er als SA Mann auf Unterstützung gehofft hat. Frau Raecke, selbst aus einer Gutsbesitzerfamilie stammend, war eine tüchtige “Regentin” über das zahlreiche  Hauspersonal. Die Raeckes waren zu unserer Familie sehr fürsorglich, auch, weil mein Vater als ihr Arbeiter, Vater von 6 Kindern, im Krieg war. Hinter der großen Scheune, den Feldern zu, war eine Streuobstwiese mit einer von Buschwerk eingefaßten Sandgrube, angrenzend an den Fußweg “hindere Garns”, der zum Kirchenstieg verlief. Das Gelände war eingezäunt, Hühner, Perlhühner und Truthähne (Puter) wurde hier gehalten. Enten wurden in dem kleinen Teich, durch den die Schrote floss, gehalten. Daneben, hinter dem Gemüsegarten mit den Frühbeeten. Mein Großvater und Onkel Fritz bearbeiteten den. Mein Großvater bediente auch die Koksheizung im Herrenhaus. Der Hauptgarten mit Beerensträuchern, Erdbeeren, Pfirsich- und Mirabellenbäumen lag über den den Anger und dem Schrotegraben hinweg. Um in den Garten zu gelangen mußten die Leute vom Haupthaus aus über den Anger gehen. Dieses hat mir, nach dem Erzählen meiner Mutter , das Leben gerettet. Der “Olle” Johannes Raecke war auf dem Weg zu seinem Garten. Da sah er mich im Wasser des Teich liegen. Er hat mich mit seinen Krückstock rangezogen, an den Beinen hoch, den Kopf runter, daß das Wasser aus dem Mund heraus lief. Dazu hat er mich mit dem Stock auf den Hintern geschlagen, bis ich zu schreien anfing. 4 Jahre alt war ich da wohl.

Der Dorfanger

Der Dorfteich, oder

„Modderdiek“

Er ist ein rechter Schlammteich , Pferdetränke , ein Paradies für Enten und Gänse und die Badeanstalt für uns Kinder, in dem wir das Schwimmen lernten. Der Schlamm im Teich kam einmal durch das Regenwasser, welches von beiden Straßen abwärts in den Teich floss und den Straßenstaub hinein spülte. Dann fiel das Laub der umstehenden Kastanien und Eschenbäume hinein. Alle 15 - 20 Jahre muß deshalb der “Diek uttemoddert” werden. Den letzten Versuch hatten 1940 die belgischen Kriegsgefangenen unternommen. (Dieses darüber, und andere Geschichten zum Teich, sind in dem von mir geschriebenen Aufsatz “Der Teich” nachzulesen.) Für uns Kinder, die wir nahe am Teich wohnten, war er ein toller Spielplatz. Unsere Enten waren oft den ganzen Tag aus dem Stall des Langen Hauses fort in den Teich. Spaß gab es immer wenn eine Hühnerglucke Enteneier ausgebrütet hatte. Sowie die Entenküken ausgeschlüpft waren und aus dem Stall gelaufen sind, watschelten sie in den Teich und schwammen. Die Glucke brachte sich bald um, und biesterte am Ufer rum. Sie mußte in ihrem Hühnerverstand annehmen, daß ihre Brut ersaufen würde. Bevor vom Langen Haus berichtet wird, kommt das dem Anger gegenüberliegende Bauerngehöft mit seinen Bewohnern und Vorgängern dran.

Das Anwesen der Familie

Braumann, heute Schrotestraße 14

Das Wohnhaus mit Scheune und Stall 1771 von einem der ersten Siedler namens Vornhoff [Heinrich] erbaut . Anfang des 19. Jahrhundert an Christian Mathias Oha / Katharina Elisabeth Wolf (?) verkauft. Dann weiter an den Bauer Christian Daenecke . Dessen T ochter Therese heiratete den Lehrer Christian Braumann . Sie sind die jetzigen Eigentümer des Anwesens und der dazugehörenden Feldmark. Eine Gänsewiese mit Pflaumenbäume bepflanzt, befindet sich über den Anger und der Schrote hin, zwischen Raeckes Pferdestall und dem Fußweg “hindere Gaarns”. Eine kleine Teichmulde, von einer Quelle gespeist, befindet sich gleich hinter der Schrote. An der Straßenseite steht der später in Ziegelmauerwerk errichtete Stall mit Waschküche. Obst und Gemüsegarten befinden sich zur Trift hin [Friedhof], hinter den Gebäuden. Außer den Eheleuten Christian und Theres, lebte noch die Schwiegertochter Lotte mit ihrem Kind (6J.) Heinrich (Heini) und der französische Kriegsgefangene Robert mit im Haus. Der Hoferbe, Sohn Heinrich ist als Soldat in Russland gefallen [Liselotte Braumann hat ihren Mann lange Zeit nur als vermißt angegeben]. Die Haupteinnahmequelle war der Verkauf von Obst und einem großen Feld die Erdbeeren. Die gesamte Wirtschaft schmiss der überaus tüchtige Franzose. Nach Zerstörungen in der Stadt, durch die Luftangriffe, mußte er aber mit anderen aufräumen und Aufbauarbeiten leisten. “Christian, hol mich hier raus!”, hat er seinen Chef zugerufen, als der ihn besuchte (Erzählung von Heinz Werner). Christian Braumann hat Arbeit in der Stadt angenommen und fährt täglich mit dem Zug hin. Ob zwangsweise, oder wie es viele Selbständige tun mußten, die keine Rentenbeiträge entrichtet hatten (nicht geklebt hatten, wie es hieß).
Neben den Braumanns befindet sich der Schafstall , Hofeinfahrt und Eck-Wohngebäude der Familie Walter und Agnes Werner mit Tochter Adelheid (12J.) und Vater von Onkel Walter, den “Katzow” (Fleischer und Landwirt, nun Altsitzer, Gustav Albert W e r n e r , d e n Bruder meines Urgroßvaters Andreas Friedrich Wilhelm. Den ollen “Katzow” kannte ich. An eine Begebenheit erinnere ich mich, als er mit geschulterten Gewehr und einem Bund geschossener Rebhühner am Gürtel von der Jagd über den Anger heim kam. Ein p o l n i s c h e r Arbeiter war bei ihnen beschäftigt. An einem Tag hatte ein d e u t s c h e s Jagdflugzeug einen amerikanischen Bomber abgeschossen. Die Besatzung sprang mit dem Fallschirm ab. Onkel Walter und ich sahen von der Straße am Anger aus, wie einer der Amerikaner mit dem Fallschirmauf dem Acker oberhalb Raeckes Grasgarten runter schwebte. Onkel Walter holte sich eine Mistgabel und lief damit die Straße runter an der Kaserne vorbei. Nach kurzer Zeit kam er mit dem Gefangenen zurück. So sah also ein Ami aus. Der sah aus wie ein Mexikaner. Er hatte seinen Fallschirm unter den Arm geklemmt und beide gingen in Raeckes Büro. Ich kletterte auf einen Findling der vor dem Turm lag. Da sah ich dann wie der Ami seine Pistole (oder großes Messer) auf den Schreibtisch legte. Inzwischen war Walter Jacobs mit geschulterter Flinte gekommen. Der Jacobs ist dann mit dem Ami losmarschiert, wahrscheinlich nach Dreileben zur Polizeistation. Zur kleinen Landwirtschaft gehörte eine kleine Schafherde die an den Böschungen der zur Hemsdorfer Feldflur gehörenden Feldwegen und auf den abgeernteten Feldern Futter fand. Wer die Gebäude errichtet hat weiß ich nicht. Die Eheleute Gustav Albert Werner / Anna Auguste Niemann aus Wellen, haben es den nach Kanada ausgewanderten Beseckes abgekauft.

Das Anwesen in der heutigen

Schrotestraße 13

Das Schulhaus

Als nächstes kommt das um 1842 erbaute Schulhaus, jetzt Lehrerwohnung, und der später angebaute Klassenraum unserer Schule. Dazu gehört die am Gang liegende Schulscheune Gerätestall mit Waschküche. Lehre und Schultoiletten (Plumpsklos). Dann noch der Schulgarten. Unsere Lehrerin ist die schon ältere, wegen Lehrermangel aus der Pension geholte Haldensleberin Frl. Heuer. Unser ehemaliger Lehrer Herwart Banse ist zur Wehrmacht eingezogen worden. Nach Banses Fortgang hielt zeitweise ein Lehrer Jahn aus O c h t m e r s l e b e n Unterricht. Ein alter Mann, den wir winters von der Brücke aus auf dem Schlitten zur Schule gezogen haben. Dem wurde die Belastung oft zu viel. Dann sind wir Alteren zu Fuß nach Rodensleben in die Schule gegangen. Erst in der Bauernstraße, dann in die Schule der 2. Straße bei einem Lehrer Peine . Der Unterricht bei der Frl. Heuer ist Prima. Keine Wehrmachtsberichte mehr schreiben, keine “Lobhudeln” unseres geliebten “Führers” mehr. Frl. Heuer hatte mit unserer inzwischen großen Schülerzahl von ~ 40 Kindern, genug zu tun. Alles über die Schule ist in meiner Schrift “Meine Schulzeit” nachzulesen. Der Lehrer Banse hatte 1942 (?) geheiratet. Eine aus Potsdam stammende Akademiker Tochter. Eine ganz liebe Frau war die “Bansensche”. Mit ihren kleinen Jungen (1J.?) lebten ihre Eltern mit im Haus (auch liebe Leute). Diese waren wegen dem Bombenkrieg nach Hemsdorf gezogen. Der Professor Neubert saß mal an der Hausecke vom Langen Haus und hat das Schulgebäude gezeichnet. Frau Zabel erzählte mir, daß sie als Ausgebombte auch mit im Schulhaus Wohnten, und sie der Frau Banse in der Hauswirtschaft half. Diese hätte, als “höhere Tochter” keine Ahnung von der Hauswirtschaft gehabt, konnte nicht mal Windeln waschen und fürchtete sich vor ihren Mann (von Frau Zabel erzählt). Fräulein Heuer jagte uns nicht mehr nach der Frühstückspause im Laufschritt um den Teich, Gedichte brauchten wir Kinder nicht mehr lernen, und die vielen Heilkräuter, welche wir zu Banses Zeiten sammeln mußten, könne nun schön weiter wachsen.

Das „Lange Haus“

Im 17. Jahrhundert für die Arbeiterfamilien des Vorwerk Hemstorff der preußischen Domäne Dreileben erbaut. Und zwar ein Gebäude mit den ersten 2 Eingängen. Der 3. Anbau daran, nahe der Schrote wurde erst gebaut, als der Müllermeister Christoph Werner / Catharina Elisabeth Behrends, die 1798 [?] errichteten Gebäude, das Wohnhaus zwischen den 2 Eichen hinter der Schrote an Horbachs, und Stall und Scheune vor der Schrote an Raecke verkauften. Raecke ließ den 3. Anbau, alle Ställe, und die Toiletten über der Schrote bauen. Mein Urgroßvater Andreas Friedrich Wilhelm Werner erwarb den Rest des Besitzes von der Straße bis zu Schrote, auf dem er Stall und Wohnhaus errichten ließ. Das Gartengrundstück über der Schrote ebenfalls. Als das Vorwerk 1770-71 an die Siedler überschrieben wurde, ließ der Verwalter im Langen Haus für die ersten 4 Siedlerfamilien die Fußböden neu ausbohlen, weil alle verfault waren. Im Langen Haus zogen 1770 folgende Familien ein: Georg Hartmann, Peter Herpel, Andreas Zubrodt und Philipp Kalb. Im ersten Eingang ist 1940, nachdem die Familie Rische ausgezogen war, unsere Familie eingezogen. Mein Vater Rudolf, Mutter Lucie geb. Büttner. Wir Kinder Rudolf (Rudi) geb. 1931, Elisabeth, geb. 1932, Gerhild, geb. 1933, Friedrich (Fritz), geb. 1936,Willi, geb.1938 und Erika , geb. 1941 und unsere Großmutter Marie Büttner, geb. Schönfeld. Mein Vater wurde im Herbst 1940 zur Wehrmacht eingezogen. Im Winter 1941-1942 aus dem Krieg in Russland zurück in die Garnison nach Hannover Bothfeld zurückbeordert. (Nach der Geburt von Tochter Erika, im August 1941, dem 6. Kind, mußten die Soldaten auf “Führerbefehl ?” von der Front abgezogen werden. So hat Erika wohl ihrem Vater das Leben gerettet.) Im 2. Haus lebte der Vormann auf dem Gut Raecke, Andreas Thormeyer mit Frau, Tochter Berta und Enkeltochter Else, beide ledig. Andreas war ein stattlicher älterer Mann. Er hatte die Koppel der Frauen bei ihren Tätigkeiten zu beaufsichtigen. De “olle Thormeyersche” ist eine ganz liebe Frau. In unseren 3. Eingang wohnt der Landarbeiter bei Raecke Otto Memel sen. mit seiner Frau. Die Söhne Otto jun. (sind Soldat.) Erich, schwer verwundet, und Ernst Infanteristen, ledig. Mit im Haus wohnte der Schweizer bei Raecke Willi Schwitzer mit Frau Auguste, Tochter Emmi (20 Jahre?) Frisöse in der Stadt, Inge (15J.) im Haushalt im Harz, Hermann, Soldat beim Küstenschutz (Küstenbatterie) in Nordnorwegen. Auch 2 französische Kriegsgefangene wohnten dort. Von einem der zwei war Else Thormeyer schwanger. Das Zusammenleben der Familien war verträglich, es gab keinen Streit. Jede der Familien hatte 3 Ställe für das Vieh und Gerätschaften und Brennmaterialien. Thormeyers und Memels hielten Ziegen, wobei Otto Memel den Gemeindebock hielt. Im Ort gab es genug Ziegenhalter. Die marschierten mit ihren Ziegen nach unten auf den Hof, und ließen ihre Tiere decken. Hühner und Enten, sowie 1 Schwein hatten alle Familien. Jeder hatte den Mistberg vor dem Stall. Die Raeckes hatten für ihr Trinkwasser eine Wasserleitung vom “Spring” [Sprink], der Gemeindequelle und Brunnen, in ihr Haus [Große Haus] verlegt. Die verlief unter dem Schrotebett weiter durch den Teich. An der Ecke von unterem Haus war aus der Leitung eine Zapfstelle für uns Bewohner (mittels Wasserhahn) angebracht. Die meisten Hauseigentümer hatten den Mistberg unweit vom Brunnen entfernt. Unser Standrohr der Zapfstelle mußte vor Frost geschützt, mit Stroh ummantelt und mit alten Jacken und Säcken abgedeckt werden. Oft genug mußte es aufgetaut werden. [Die Wasserversorgung vom Sprink über die “Zapfstelle am Langen Haus” , bis in den Keller von Raeckes Anwesen funktionierte ohne Pumpe und Strom, nur durch das Gefälle. Zwische Brunnen und Entnahmestellen lagen ca.200 und 300 Meter.] Um zu den jeweiligen Plumpsklos in der gemauerten Hütte zu gelangen, mußten alle am Haus entlang, über eine über die Schrote liegende Holzbohle gehen. 1943 mußten in den 2 ersten Hausteilen (bei uns und bei Thormeyers) die alten verräucherten Herdstellen mit dem Schlot des offenen Kamin , durch den man in den Himmel sehen konnte, (so wie Max und Moritz der Witwe Bolte die Hühner aus der Pfanne geangelt haben) herausgerissen und durch 2 neue Schornsteine ersetzt werden. Über allen Stallungen war der große Strohboden. In den ~ 1,50 m hohen Drempel befanden sich Luken, durch die man mittels einer Leiter hinein gelangt und das Stroh hinein- und heraus geschafft wird. In meiner Schrift (“Das Lange Haus” ist alles vom Gebäude niedergeschrieben). Bei uns sind in einem Zimmer mit Kammer ein älteres Ehepaar einquartiert worden. Sie sind in Magdeburg ausgebombt worden.
20.08.2017

Das Wernersche Anwesen, heute

in der Schrotestraße 8

Angrenzend vom Stall des langen Hauses steht, durch einen Durchgang das Wohnhaus meiner Großeltern Friedrich Wilhelm Werner und Emma Meta, geb. Vespermann. Das Haus, und der große längs der Straße liegende Stall, sind aus verfugten Ziegelmauerwerk, bzw. der Sockel des Wohnhauses mit überwiegendem Naturstein hergestellt, erbaut von meinen Urgroßvater Werner. Vom geräumigen Hof Hof aus gelangt man über eine Außentreppe in das Erdgeschoss. Über eine Außentür, wenige Stufen tiefer in den Keller. Weger dem Grundwasser der nahen Schrote liegt er nicht tief unter der Erdoberfläche. Im Keller befindet sich ein Brunnen mit installierter Schwengelpumpe (Schucke). Außer meinen Großeltern wohnen darin: der älteste Sohn Friedrich (Onkel Fritz) mit Frau Elisabeth (Lieschen) und Tochter Ruth (15 J.). Obwohl unsere Familien in der Nachbarschaft wohnten, war das Verhältnis zueinander nicht das Beste. Der Ursprung dessen war wohl, daß mein Vater meine Mutter nicht heiraten sollte, und wir Kinder nicht die “Lieblingsenkel” waren. Der Alte war ein unleidlicher Patriarch, der sich herausnahm, mich zu schlagen. Da bin ich etwas vom Dorfspaziergang abgekommen, und habe etwas familiäres zugefügt.
März 2018
Als nächstes liegt neben der Hofeinfahrt mit dem Torweg, das Wohnhaus der Eheleute Biermann. Sie einen geb. Horbach und ihr Elternhaus. Er, aus Eichenbarleben stammend (?), hat dort “eingeheiratet”. Ihr einziger Sohn Gerhard, ist als Soldat in Rußland gefallen. Als ehemaliger Bauernhof, befinden sich noch Stallungen und Scheune zum Anwesen. Großvieh und ein Pferdegespann sind nicht mehr da. Den Acker lassen sie sich bearbeiten, oder haben ihn verpachtet. Ihre Einnahmequelle ist die Annahme und der Weiterverkauf von Obst und Gemüse an Händler. Aus den zwei großen Gärten, welche von der Schrote (am langen Haus vorbei mit einer 2m hohen Mauer) bis zum Trampelpfad “hindere Gaarns” reichten. Dieses Grundstück hat mein Vorfahr Joachim Friedrich Werner, der Windmüller, von der Gemeinde erworben und sein Wohnhaus hinter der Schrote 1798 gebaut. Die zwei Eichen recht und links vom Haus gepflanzt. Dieses Grundstück haben Horbachs vom Erben Christoph Werner gekauft, und nicht wie ich auf Seite 33 schrieb Raecke. Raecke hat das vor der Schrote zugehörende Teil mit Stall und Scheune erworben. Mit den Biermanns hatten wir eine gute Nachbarschaft, das sind grundehrliche Leute. Als mein Onkel Albert Werner, der mit seiner Familie 1940 bei Onkel und Tante Grope wohnte, (Tante Grope ist die Schwester von Opa Werner) (und Cousine von Onkel Albert.) das von Gustav und Adolf verlassenen Werner Haus kaufen wollte, haben ihm die Biermanns das Geld für den Kauf geliehen, ohne schriftlichen Vertrag. Per Handschlag, auf Treu und Glauben. Herr Biermann marschierte mit seiner Trompete unter dem Arm geklemmt los, nach Eichenbarleben (?) wenn von seiner Kriegskameradschaft zur Beerdigung oder Feier musiziert wurde. Das Obst, was Erich Meyenberg und ich bei Hans Jochen [?] Spieß gepflückt haben, brachten wir auch zu der Sammelstelle der Biermanns.

Das Wohnhaus der Familie Biermann,

jetzt die Schrotestraße 7

Der olle Hoff

Nun zu der Großen Scheune auf dem “ollen Hoff”. Mit der Bezeichnung: der olle Hoff, sind die alten Gebäudeteile des Vorwerk gemeint, welche dort mit der nach Westen hin gebauten, “massiven Scheune” und über den Hof, der Durchfahrt hinweg langen Mauer des ehemaligen bis an den Kanterberg angebaut worden. Der Hof ist am Teil der alten Scheune, zur Kuhstallmauer hin überdacht. Darunter steht ein Ungetüm von Dreschmaschine englischen Fabrikats mit Strohpresse. Angetrieben wird die Dreschmaschine mittels eines Treibriemen von einem feststehenden Motor aus. Die Ackerwagen mit Dreschgut (überwiegend Getreide, aber auch Erbsen, Mohn und Saubohnen mit Hafer) werden längsseits der Maschine gefahren, die Garben auf die obere Plattform geworfen, von wo aus die 2 Frauen die Bünde aufschneiden und das Dreschgut, locker in den Trichter zu den Dreschwalzen werfen. Die Körner fallen in eine Sammelkammer und von da aus abgesackt. Das Spreu, oder der Kaff (von Gerste) wird über ein Gebläse aus der Maschine heraus auf einen Berg an die Mauer geblasen. Stro wird mechanisch durch die hinter der Maschine stehenden Press gedrückt, wo sie jeweils als Ballen gepresst, rechts und links gedrahtet über Gleitstangen hoch durch die Luke geschoben in die Scheune fallen. Dann beginnt die Arbeit von uns 12-14 jährigen Schuljungen. In Hitze und Staub, nur mit einer Turnhose bekleidet, mit einem Eisenhaken die Ballen zu den Lagen ziehen und stapeln. (In meiner Schrift darüber zu lesen) Unsere Hühner brauchten von uns wenig gefüttert werden. Wenn die morgens aus dem Stall gelassen wurden, liefen sie rüber zum offenen Hof und scharrten sich ihr Futter aus dem Großen Kaffberg. Wir Jungen kriechen schon mal unter dem Tor durch und spielen im Stroh und den Balken der Scheune. Unsere Katze jungte regelmäßig im Stroh der Scheune. Waren diese schon größer, da? sie die nicht mehr stillen konnte, dann schleppte sie die nach uns rüber. Die Kleinen waren wild, bissen und kratzten. Eine , oder zwei behielten wir. Die anderen kamen in den Katzenhimmel.
Die andere große Scheune steht von der Straße aus bis zur Scheune auf Voigts Hof. Sie gehört dem Bauern Gustav Strumpf und ist von seinem Hof aus zu begehen. Da steht auch seine eigene Dreschmaschine drin. Vom Vorwerk der Königlich Preußischen Domäne Dreileben sind noch die Scheunen, die Mauer vom Kuhstall, und die 2 ersten Hausteile des Langen Hauses vorhanden.

Das Gehöft des Bernhard Voigt

An Biermanns Haus grenzt unmittelbar das Gehöft des Bernhard Voigt an. Es gehörte ehemals dem Erbpächter Behrends. Bernhard Voigt ist Ruheständler. Seine Frau ist eine geb. Warnecke aus Gr. Rodensleben. Die Ländereien hat Voigt sej. seinem Schwager Walter Warnecke verpachtet und die Ställe und Scheune zu dessen Nutzung überlassen. Das Korn aus der Hemsdorfer Feldmark wird von Warneckes Leuten auf dem Hof gedroschen. Voigt´, der schon mal Ortsvorsteher war ist ein großer Hitleranhänger. Mit im Haus leben die Eheleute Robert Behrends. Seine Frau ist die Schwester von Frau Voigt, eine geb. Warnecke. Der gebürtige Hemsdorfer Robert Berends war bis zu seiner Pensionierung Zollbeamter in Saarbrücken, ebenso seine Brüder (Oskar in Duisburg, Friedrich in Pommern). Als Berufssoldaten im 1. Weltkrieg sind sie in den Staatsdienst gekommen. Die Behrends sind Verwandte von uns Werners. Ihre Mutter war eine geb. Werner. Mit auf dem Hof, in der Knechtswohnung, hatte man die Düsseldorferin Frau Fränkel (Frenkel ?) mit ihrem Schulkind (6J.?) Edith, und ihrem Kleinkind Herbert einquartiert. Der Mann von Frau Fränkel, war als Halb-Jude im Konzentrationslager. Wie alle Düsseldorfer Evakuierten war auch Frau Fränkel nicht gut auf Hitler zu sprechen. Dagegen war der Robert Behrends ein großer Anhänger des Führers. Uns Kinder war der Hitlergruß, den rechten Arm hochstrecken und “Heil Hitler” zu rufen eingeimpft worden. Jedenfalls wußten wir genau, wer im Dorf so gegrüßt werden mußte. Der kleine Herbert Fränkel ist ein ganz verängstigtes Kleinkind. Wahrscheinlich durch die Luftangriffe auf Düsseldorf, oder die Trennung des Vaters von der Familie. Ängstlich rief er immer “Egik, Egik”, wenn seine Schwester fortgehen wollte, und klammerte sich an ihr fest. Die Kellerräume in Voigts massiven Wohnhaus wurden uns Bewohnern des Langen Hauses als Luftschutzkeller zugewiesen. Da sind wir aber gar nicht hingegangen. Angst vor den feindlichen Flugzeugen angegriffen zu werden, hatte in der geschlossenen Ortschaft keiner. Auf dem freien Feld war das anders, dort griffen die Tiefflieger zunehmend auch Leute mit ihren Bordwaffen an. Zu Schaden ist dabei kein Hemsdorfer gekommen. In Ochtmersleben sind dagegen einige Häuser zerstört worden. Es gab etliche Tote und Verwundete. Frau Müller, die Mutter von Lotte Braumann, verlor einen Arm bei den Angriff. Erwähnen muß ich noch, daß der Robert Behrends meinen späteren Lebenslauf eine andere Richtung gegeben hat. Im Frühjahr sprach er mich auf der Straße an: “Rudi, was willst du mal werden?”(ich hatte bei dem Kaufmann Pannecke ? in Ochtmersleben eine Zusage für eine Lehrstelle erhalten). Ich sagte ihm: “ich lerne Kaufmann bei Pannecke”. Da entgegnete Behrends: was du willst für 10 Pfg. (unleserlich) hinter der Ladentheke rumspringen!” Ich spreche mit deinem Lehrer. Das tat er auch. Lehrer Banse beantragte die Aufnahme in eine Lehrerbildungsanstalt (LBA). Die Aufnahmeprüfung bestand ich. Im Frühjahr 1945 sollte ich die Ausbildung beginnen. Ihren großen Garten nutzten die Eheleute Voigt aber. Er ging über das Rinnsal der Schrote hinweg bis zum Pfad “hindere Gaarns”, wo er von einer in Eisenträgern (senkrecht), mit Ziegelsteinen hochkant ausgefachten Wand, eingegrenzt wurde. Im Winter staute sich der Schnee getrieben meterhoch dagegen auf. Wir Jungen bauten dann Schneehöhlen, wie Iglus, in den Wehen. In den schneereichen Wintern waren das, und das Schlittenfahren vom “Kanter- und Reusterbarsch” unsere Spielplätze. Dazu kam , ohne Schnee, das Spielen und Schlittschuhlaufen auf der Eisfläche des Teiches.

Jacobczaks Anwesen

Gegenüber den Voigts, und den angrenzend an den “offenen Hoff”, steht das Gebäude: Wohnhaus mit Stallung, , mittig Gaststube mit Treppenaufgang zum kleinen Lebensmittelladen und angrenzendem Saal mit Bühne . Besitzerin war bis zu ihrer Heirat 1942-43 ? Tante Paula Behrends. Sie brachte ihren um 1924 geborenen Hans Behrends mit in die Ehe ihres Lebensgefährten Lorenz Jacobzcak [Jacobczak] . Onkel Lorenz, der als russischer Kriegsgefangener des 1. Weltkriegs bei einem Bauern in Drackenstedt arbeitete, und Tante Paula, welche als “Mamsell”, auch da selbst beschäftigt war, fanden sich so zusammen. Seine russische Ehefrau mit den (seinen) 2 Kindern, kam in den 20er Jahren angereist. Onkel Lorenz hat sie unter Androhung von Polizeigewalt, zurück nach Weißrussland geschickt. Ob nach einer Ehescheidung, oder weil er erst 1942-43 die deutsche Staatsangehörigkeit erhielt, heiratete er Tante Paula und adoptierte den Jungen. Dieser ist Marinesoldat auf einem Schnellboot. Tante Paula versorgte den Haushalt und verkauft im Laden und bedient die Gäste in der Gaststube, da Onkel Lorenz als Dolmetscher im russischen Kriegsgefangenenlager Altengrabow? eingezogen ist. Als die Eheleute vom Standesamt in Rodensleben, nach ihrer Trauung, mit der Kutsche zurückkamen, haben wir Kinder nach Brauch ein Seil quer über die Straße am Rüsterberg gespannt. Nachdem reichlich kleine Münzen heraus auf die Straße geworfen wurden, konnten sie weiter fahren. Der große Saal mit der Bühne wurde in der Kriegszeit einmal für eine größere Veranstaltung genutzt. Vielleicht, um die vom Leid um ihre gefallenen Männer und Söhne betroffener Familien ein wenig Abwechslung zu bieten, wurde ein “Wunschkonzert” veranstaltet. Außer der schönen Musik wurden auch kleine Sketche aufgeführt. Durch die Veranstaltung führte als Spaßmacher Onkel Rudolf Ringel (zu der Zeit war sein Junge Rudi [Rudolf] noch nicht gefallen). Im Saal wurden einige Male im Jahr Filme gezeigt. Verantwortlich war die Gaufilmstelle. Für uns Kinder ein Großereignis, denn was in den Filmen gezeigt wurde, war für uns Dorfkinder so aufregend, daß wir das Geschehen auf der Leinwand für lebendig hielten. Wenn Filme (wie “Mutterliebe”, oder “Heimat deine Sterne”) gezeigt wurden, dann weinten die Frauen vor Rührung. Viele von denen liefen noch zu den Vorführungen nach Rodensleben rüber, um sie noch mal zu sehen.
Vom Gang hinter dem Saal ging ein Trampelpfad, an Gropes unterer Scheune und Reinhold Spießens Gemüsegarten vorbei. Auf dem, von der Straße aus, bis dahin liegenden Gelände, steht die “Sedan Eiche” . Nach Deutschlands Sieg 1870-71 über Frankreich, und der Kaiserkrönung, war unter der Bevölkerung eine nationale Jubelstimmung. Wohlhabende Städte und Gemeinden errichteten in Gedanken an die Schlacht bei der französischen Stadt Sedan, Denkmäler. Andere pflanzten aus eben diesen Anlaß eine “Deutsche Eiche”. So auch die Hemsdorfer. Mein Vater erzählte mir, daß der Kriegerverein, und später auch der Gesangverein, dort gedenkfeiern abhielten. Die Soldatenlieder, “Fern bei Sedan auf den Hügeln, steht ein Infantrist auf Wacht ,neben seinen Kameraden den die Feindes Kugel tödlich traf”, oder” Argonnerwald, In deiner kühlen Erde ruht so manches tapfere Soldatenblut”, sind uns bekannte und gesungene “Volkslieder” geblieben. Aus den verlorenen 1. Weltkrieg haben wir in der Schule nur das von Gorch Fock [Walter Flex] gedichtete Lied “Wildgänse rauschen durch die Nacht, mit schrillem Schrei nach Norden unstäte Fahrt habt acht, habt acht, die Welt ist voller Morden”, gelernt und gesungen.

Die Eiche

Das Bauerngehöft der Familie

Gustav Strumpf

Auf der linken Straßenseite liegt das große Bauerngehöft des Gustav Strumpf senj. Er, seine Frau und die Schwiegertochter Else, geb. Jung (aus Ochtmersleben) bewirtschafteten den Hof mit Hilfe von 2 polnischen Zwangsarbeitern. Der Erbe, Gustav Strumpf jun. ist als Soldat bei der FLugabwehr auf einem Flak-Bunker in Frankfurt a.M. gefallen. Die Ehe ist Kinderlos. Im Gebäude neben der rechten Toreinfahrt, befand sich früher ein Schulzimmer (hinter den 2 Giebelfenstern). Der Vorbesitzer des Anwesens, Heinhaupt, und sein Schwager Grasemann , hielten sich nach Streit mit Lehrer Dankworth für ihre Kinder Privatlehrer. Heinhaupt mußte wegen einer Tätlichkeit an Lehrer Dankworth, sogar eine Gefängnisstrafe abbrummen. Rechts um die Stallung herum führte der Gemeindeweg zum “Spring” [Sprink]. Der Quellbrunnen wurde im Kammeratlas von 1727 des Vorwerk Hemsdorf, mit “Sprinck” eingezeichnet. Das Wasser vom Spring war besonders “weich” und so holten viele, auch weiter entfernt wohnende Wasser, wenn sie Hülsenfrüchte kochen wollten. Vor dem Giebel des Wohnhauses stehen 2 sehr große Lindenbäume. Sie scheinen bei der Errichtung des Hauses (um 1830 ?) gepflanzt worden zu sein. Es waren die einzigen großen Linden im Ort. Meine Großmutter Büttner schickte mich zur Blütezeit hin, Lindenblüten für den Tee zu pflücken.

Die Bäckerei Kunkel

Das Eckgrundstück mit dem Gebäude der Bäckerei und Wirtschaftshof mit Stallung, gehörte den Eheleuten Kunkel. Bäckermeister Kunkel und seine Frau sind ganz freundliche Leute. Da ihre Ehe Kinderlos war, haben sie ihre Nichte Ida Rolle an kindesstatt großgezogen. Diese hat auch die Schule in Hemsdorf besucht, ist aber auswärts verheiratet. Zwischen Stumpfs Hofeinfahrt und der Bäckerei befinden sich ein kleiner Garten und der Eingangsweg zum Haus. Meister Kunkel hat vor einem Jahr(?) die Bäckerei geschlossen. Teils alters wegen, teils weil ihm der Bäckermeister Friedrich Braumann (Bruder von Christian Braumann) zu große Konkurrenz gemacht hat. Der Kommt mit einem von 2 Doggen gezogenen größeren Handwagen nach Hemsdorf und verkauft seine Backwaren. Wir Kinder gingen gern zu Kunkels Brot und Brötchen kaufen. Unter der Treppe war ein Gelaß mit Waren (und auch Süßwaren) die Frau Kunkel verkaufte. Wir brachten auch Äpfel hin. Die ummantelte der Meister mit Teig und hat sie gebacken. 5 Pfg. kam das. Die Frauen brachten ihre Blechkuchen zum Backen hin. Einmal hatte eine Frau ihren fertig gebackenen Kuchen im Flur auf den Boden abgesetzt. Der alte Strumpf, der vom hellen Tageslicht in den dunklen Flur kam, hielt ihn für einen Abtreter und trat sich die Schuhe darauf ab. So wurde es glaubhaft erzählt. Wir Kinder halfen den Kunkels gerne beim Kartoffelroden. Da gab es zum Lohn, schönen Streuselkuchen zum essen. Mit im Haus ist in der oberen Wohnung eine aus Düsseldorf evakuierte Frau mit ihren 10 und 13 Jahren alten Jungen eingewiesen. Frau Brück und die Jungen spreche sehr schlecht über den Führer. Mit dem Gleichaltrigen Wolfgang hatte ich mich angefreundet und war oft in ihrer Wohnung. Der nannte Hitler gar einen Verbrecher. Zum Dienst, was ich als Jungenschaftsführer angeordnet habe, erschien er erst gar nicht. Der schwärmte von Edelweißpiraten, Jugendlichen aus Köln und Düsseldorf, welche gegen Jungvolk und Hitlerjugend eingestellt waren (die gab es tatsächlich. In Köln wurden 2 Edelweißpiraten hingerichtet, 15 Jahre alt).

Das Eckgehöft des Bauern

Hermann Feldmann

Am Ortsausgang steht als Eckgehöft das große Anwesen des Bauern Hermann Feldmann und seiner Frau Luzie . Seine Kinder sind Ursula 10, Hermann 9 und Günter 7 Jhr . ?, und der Schwiegervater des Bauern, der alte Ehrecke . Alles einfache, bescheidene Leute. In den oberen Wohnungen hat die aus Magdeburg ausgebombte S chneidermeisterin Frl. Köbel ihre Ausbildungsställe eingerichtet. Durch die bei ihr in die Lehre gehende Käthe Denecke , ist sie wohl nach Hemsdorf gekommen. Mit den Feldmanns Kindern gehe ich zur Schule. Sie sind sehr zurückhaltend und “für sich”, wie man so sagt, aber nett. Auch noch im Haus ist aus Magdeburg evakuiert Frau Schneider mit ihren 10 jährigen Zwillingssöhnen einquartiert. Es sind auch Schulkameraden von mir. Nach dem abendlichen Melken ihrer Kühe, verkaufen Feldmann die Zuteilungen an Frischmilch. Unsere Familie mit 6 Kindern hatte eine Zuteilung von über 2 Liter Milch erhalten. In Feldmanns Keller wurde die Milche des Abends ausgeteilt. Eine meiner Schwestern oder ich holen sie in einer Kanne ab. Als Junggeselle bekam Lehrer Banse keine Vollmilch sondern nur Magermilch. Er stellte dann die Kanne vor die Tür mit Geld auf einer Tasse, und wir geben ihm von unserem Quantum Milch ab (das hatte aber keinen Einfluß auf die Benotung unserer Zeugnisse). Ob Bauer Feldmann Fremdarbeiter beschäftigt, weiß ich nicht. Wie anfangs der “Story” erwähnt, entspringt im Gänsegarten hinter der Scheune die Schrote . Sie führt dann als Rinnsal in einem Graben, unter der Straße zur “Willen Zicke” her in Strumpfs Garten.

Die Wilde Zicke

An dem zum Kirchenstieg führenden Feldweg steht Raeckes Arbeiterhaus die “Wilde Zicke” genannt. Wohnhaus und Stallungen in Ziegelmauerwerk etwa um 1900 errichtet. Es wird von 4 Familien, Arbeiter auf dem Gut , bewohnt. Im Erdgeschoss Familie Otto Thormeyer Senj. mit Frau Anna , dem Sohn Otto Junior , welcher Soldat ist, Friedrich (Fritze) 15 Jahre, Horst (12 Jahre) und Kleinkind Willi ?. Die in Saarbrücken verheiratete Tochter Olga (Olli)? wohnt als Evakuierte bei Biermanns. Tochter Anni, als verh. Pöthisch in Hemsdorf. Auch im Erdgeschoss wohnt Otto Meier mit Ehefrau. Der Bruder Willi Meier, wohnte als Junggeselle mit in der häuslichen Gemeinschaft. Er ist Soldat, hat bei den Kämpfen in Stalingrad ein Auge verloren. Er hat Glück gehabt, daß er verwundet aus dem Kessel Stalingrad ausgeflogen wurde. [Der hier gemeinte Bruder ist der Sohn von Otto und Minna Meier , Willi Meier mein Vater , er ist seit 1942 verheiratet und hat einen Sohn Dieter Meier .] Im Obergeschoß wohnt die Familie Hosenthien . Wilhelm Hosenthien mit Frau Anna und deren Kindern Wilhelm 20 Jahre (?) und Gerhard 10 Jahre alt. Der Sohn Wilhelm leidet an Epilepsie und fällt oft in Kämpfen um. Sonst, geistig ist er nicht behindert und recht gutmütig. Er wird zu Hause versorgt. Gerhard, mein Schulkamerad, will später Bauer werden, und Lehrer Banse , der mal nach unseren Berufswünschen fragte, hatte ihm eröffnet: Wenn wir den Krieg gewonnen haben, dann werden wir (die Deutschen) die Ukraine besiedeln und auf dem guten Boden dort kannst du Bauer werden. Dem Lehrer Banse haben wir Schulkinder alles geglaubt was er uns vom Führer und dem Endsieg beigebracht hat. In der 4. oberen Wohnung wohnte Onkel Robert Werner mit Frau Hulda geb. Günther aus Rodensleben, und die Tochter Margarethe (Gretchen) 11 Jahre . Die Zwei Söhne waren gefallen, bzw vermißt. Sohn Hans als Panzerfahrer in Italien. Sohn Erich als Meldereiter in Russland vermißt.
August 2015 . In meinen nun 84. Lebensjahr ist, aus den Erinnerungen heraus, der “Dorfspaziergang” zu Ende geschrieben. Als Schüler der einklassigen Volksschule 1937 - 1945 in Hemsdorf, in Schrift und der Rechtschreibung , so gut wie ich es vermochte. Nachdem ich im Sommer 1949 die sowjetische Besatzungszone, hin in das Oberbergische Land, verlassen habe, ist meine Verbindung zum “Heimatort” Hemsdorf stets aufrecht erhalten worden. (das mag an der Taufe mit dem Schrote-Wasser liegen). Über meine Familienforschung der Hemsdorfer und Gr. Rodensleber Werner-Sippe, half ich auch dem Hemsdorfer Chronisten Peter Assel mit Beiträgen für die Ortschronik Hemsdorf. Inzwischen sind nur noch wenige meiner Schulkameraden und Kameradinnen am Leben, mit denen ich meine Kinder- und Jugendjahre zusammen in Hemsdorf verlebt habe. Bei meinem Nachforschungen über die Hemsdorfer Wehrmachtsangehörigen und ihren Schicksalen, hat mir der 6 Jahre ältere Heinz Werner Auskunft gegeben. Der konnte sich daran erinnern, daß meine Großmutter Büttner einen Roman auf Tapetenpapier geschrieben hatte. Wir waren sehr arme Leute. Nun komme ich zum Ende meiner Schilderungen. Hätte ich sie mit dem Computer geschrieben, wären sie natürlich leserlicher gewesen, aber vielleicht erbarmt sich jemand mit der Abschrift. Ich bin recht froh, daß es geschafft ist, und will mir mal selbst auf die Schulter klopfen. In Gummersbach von Rudolf (Rudi) Werner geschrieben.
Juli 2009 Beitrag      in Arbeit Beitrag      in Arbeit Beitrag      in Arbeit Beitrag      in Arbeit Beitrag      in Arbeit Besucher Zum Teil 1, Die Bergstraße
Zwischen Feldmanns Acker und der “Willen Zicke” sind ca. 10 Gartenbeete für die Leute im Dorf, welche keinen eigenen Garten besitzen. Unsere Familie bekam auch ein Stück vom “Gartenbleek” ab. Das bearbeiten, einsäen und ernten habe ich verrichtet. Meine Mama hat mit unserer Großfamilie zu versorgen genug Arbeit. Außer unserer kranken Großmutter Büttner ist noch aus Kriegsangst unsere Tante Ilse Werner mit ihren 4 Kindern zu uns ins Lange Haus gezogen. Zu 10 Kinder in einer Familie. Nachdem unser Arzt, Dr. Fischer aus Gr. Rodensleben , zur Wehrmacht eingezogen wurde, werden wir im Ort von einem Dr. Klein aus Eichenbarleben ärztlich versorgt. Der kommt aber nur zu ganz ernstlich kranken, sonst müssen Kranke nach Eichenbarleben in die Sprechstunde. Alle Wege sind per Fahrrad oder zu Fuß zu machen. Sowas wie einen Omnibus gibt es nicht. Das Krankenhaus in Wolmirstedt , ist mit der Eisenbahn über Magdeburg zu erreichen. Die Apotheke befindet sich in Eichenbarleben . Die Leute bringen ihre Rezepte einem Mann im Dorf, dem Apothekenflitzer” genannt. Der holt, gegen ein kleines Entgelt, die Medikamente ab. Die Hebamme für die Ortschaften Gr. Rodensleben, Hemsdorf und Bergen ist Frau Marie Hanse , geb. Troch, a us Gr. Rodensleben , dort wohnhaft auf der ersten Straße. Die inzwischen schon alte Frau von 65 Jahren betreut schon über 40 Jahren ihr Wöchnerinnen nach der Geburt täglich über eine Woche im Geburtshaus. Zur Geburt der Kinder in Hemsdorf, wird sie mittels Kutsche eines Bauern abgeholt. (Nur Lehrer Banse stand, mit dem Fahrrad kommend, nachts vor ihrem Haus, und holte sie zu Fuß zur Geburt ab.) Sonst geht die alte Frau an den Tagen der Betreuung (waschen, kämmen und mehr) zu Fuß den Weg hin und zurück. Aus Rodensleben kommt zu den Hausschlachtungen der Maurer Rudolf Wichmann (?). Da im Winter keine Arbeit auf dem Bau war, verdienten sie als Hausschlachter, Ofensetzer und Anstreicher (weißen) ihr Brot. Unsere Schweine (1 im Jahr) schlachtete Onkel Walter Werner. Der erschoss das Tier, vom Steintritt [Steintreppe] aus stehend, mittels eines Gewehr. Fleischbeschauer ist Herr Ilge (?) aus Rodensleben. Ein Handelsmann mit mit Näh- und Kleinwaren aus dem Koffer, namens Stenzel kommt aus Magdeburg .