Erich Memel (r.) im Februar 1943. Noch mehr als zwei lange Jahre Krieg, um dann schwer verletzt nach Hause zurückzukehren.
Außer in Ochtmersleben, wo bei einem Angriff von Tieffliegern einige Wohnhäuser und Scheunen zerstört wurden, und es einige Tote und Verletzte gab, blieben die Ortschaften in der näheren Umgebung von Luftangriffen verschont. Als Maurerlehrling habe ich eines der Wohnhäuser, welches im Unterdorf in der Nachbarschaft der Bäckerei Braumann lag, wieder mit aufmauern geholfen. Zu Beginn des Krieges hatte Reichsmarschall Hermann Göring großspurig verkündet: “Wenn ein feindliches Flugzeug im Reichsgebiet eindringen würde, würde er Meier heißen". Auch wenn ihm der Spitzname nun anhing, so konnte die Bevölkerung nicht den feindlichen Luftangriffen schutzlos ausgeliefert bleiben. Im Reichsgebiet begann nun ein großes Bauprogramm von Luftschutzbunkern und Schutzräumen. Die Bunker aus Stahlbeton wurden überwiegend unterirdisch, nur in dicht besiedelten Stadtteilen als Hochbunker über der Erde errichtet.
Kleine ein Mann Bunker aus Betonfertigteilen an Stellen für Wachtposten oder Schutzsuchende. Auf dem Ochtmersleber Bahngelände wurde zwischen Königs Mühle und der Bahnrampe ein Bunker unter der Erde gebaut. In der Zeit der sowjetischen Besatzung sind alle Bunker gesprengt oder sonst wie zerstört worden, auch der auf dem Ochtmersleber Bahnhof. In allen Städten, aber auch in den Ortschaften der Landkreise, sind Luftschutzkeller und Schutzräume für die Bewohner eingerichtet worden. Zuwege wurden für die Dunkelheit durch Hinweispfeile mit weißer Leuchtfarbe gekennzeichnet. Fluchtwege durch Wanddurchbrüche über mehrere Keller ermöglicht. Ein ernannter Luftschutzwart sorgte bei Fliegeralarm für das geordnete Betreuen der Schutzsuchenden
Bei meinen Aufenthalten bei Verwandten in Magdeburg, Harsdorfer Str. 10, habe ich einige Male Luftangriffe im dortigen Luftschutzkeller miterlebt. Das Sirenengeheul, dann das krachen von den Explosionen der Bomben und Luftminen, das Weinen und Zittern von uns Kindern und Frauen, und nach der Entwarnung den Rauch und Gestank der von den getroffenen Stadtteilen herüber wehte; dieses ist mir im Gedächtnis erhalten geblieben. Der Stadtteil am Olvenstedter Platz ist von Bomben verschont geblieben, aber über das Gottvertrauen, welches meine Mutter hatte, dass sie mich während der Bombenangriffe dorthin in die Ferien fahren ließ, muss mich heute noch verwundern. Wir Kriegskinder, jeder Einzelne für sich, haben vieles miterlebt.
Nach dem 1941 erfolgten Großangriff auf Magdeburg, wurden Frauen mit Kindern in ländliche Gegenden evakuiert. Nach einer Statistik kamen hierzu 66 LKW. 38 Anhänger, 8 Möbelwagen, 30 Einheiten von Werkfahrzeugen der BrabaG , und mehrere andere Fahrzeuge zum Einsatz. Auch in Hemsdorf erhielten einige der evakuierten Familien Unterkunft. Entsinnen kann ich mich, dass Bauer Feldmann eine Frau Schneider mit ihren Kindern aufnahm, Bauer Jacobs in sein Arbeiterhaus Frau Brinck mit Mutter und ihren 3 Kindern, und? Harpkes ihre Tochter Elli, verh. Weberling , mit ihren 2 Kindern. Harry Brinck , der älteste der drei Kinder, hat seine Zeit der Evakuierung in Hemsdorf zu Papier gebracht und der Dorfchronik zugefügt. Mit Harry, bin ich noch heute, 2013, in brieflichen Kontakt.
Auch aus Düren, Düsseldorf und der Stadt (Magdeburg) wurden nun ausgebombte Personen im Ort einquartiert. Ein älteres Ehepaar erhielt in unserer Wohnung Schrotestraße 9 ein Zimmer mit Kammer zugeteilt. Mit den schulpflichtigen Kindern der ”Zugereisten", bin ich noch in die Schule gegangen. Befreundet war ich mit dem gleichaltrigen Düsseldorfer Brück , der mit Mutter und Bruder bei Bäcker Kunkel wohnte. Für mich, zu der Zeit noch unverständlich, nannte er den “Führer" Hitler einen Verbrecher. Von Edelweiß Piraten in Düsseldorf schwärmte er, Jugendliche die Widerstand gegen die Nazis leisteten. Die gab es tatsächlich. In Köln sind einige Jungs von ihnen damals hingerichtet worden.
Um nach einem Bombenangriff die Straßen und Schienenwege wieder frei zu räumen und Ordnung herzustellen, wurden aus den Ortschaften Gefangene, Zwangsarbeiter und Lehrlinge, Hitlerjungen, aus den Betrieben eingesetzt. Siegfried Werner, der als Lehrling bei den Junkerswerken war, erzählte mir von seinem dortigen Einsatz. Auf dem Bahnhof Ochtmersleben war ein Bauzug mit Italienern (Gefangenen) stationiert. „Badollios" nannten wir sie - nach ihrem General Badoglio, welcher nach dem Sturz Mussolinis und der einseitigen mit den Alliierten geschlossenen Kapitulation, die Regierung unternommen hatte. Gleich nach Kriegsende wollten wir Jungen in den Waggons herum stöbern, um etwas Brauchbares zu finden. Die Italiener hatten aber die Wagen voller Unrat und stinkenden Überbleibseln verlassen. Da gab es nichts zu suchen.
Für uns Jungen gab es aber genug Sammelwertes in der Kriegszeit. So sammelten wir Bomben - und Granatsplitter. Es waren Tauschstücke unter uns Schulkindern. Die von den Flugzeugen abgeworfenen Silberpapier Streifen, mit denen sie die Radarortung der deutschen Luftabwehr stören wollten, gehörten auch dazu. Genau wie die Flugblätter mit Propaganda Schriften gegen den Hitlerkrieg. Was auf einem solchen zu lesen war, weiß ich noch heute. “Magdeburg das Rote, das wird der letzte Tote.” Es hat sich dann später auch bewahrheitet.
Eine „biologische Waffe”, welche erst einige Jahre später ihre Wirkung in der Landwirtschaft entfaltete, war der Abwurf von Colorado Käfern, nach dem USA Staat benannten Kartoffelkäfer. Diese vermehrten sich, zuerst unerkannt, zu einer Landplage. Es wurde von der deutschen Führung nicht ausgeschlossen, dass die Alliierten auch Bomben mit Giftgas abwerfen würden. AIs Schutzmaßnahme wurden “Volksgasmasken" ausgegeben (VM37).
Mit deren Handhabung wurden die Erwachsenen bei den Luftschutzübungen vertraut gemacht. Zu den Übungen die auf der Straße vor der Schule stattfanden, gehörte auch das Löschen von Feuer mit der Hand. „Mit Wasser und Sand ran an den Brand" hieß die Parole. Ich sehe noch die Teilnehmer vor mir, wie sie mit den Sand- und Wassereimern, sowie mit einer Patsche, unter Anleitung eines Ausbilders, oder einer Ausbilderin hantierten. Es waren hauptsächlich junge Frauen unter der Leitung von Elisabeth Jacobs . Diese hatte in einer Wolmirstedter Feuerwehrschule einen Kursus dafür gemacht. Bei den von verschiedenen Stoffen entfachten Feuer, gestaltete sich das Löschen einer Stabbrandbombe? schwierig. Diese spritzte Funken umher, und die sie löschen wollten, ,,spritzten" auch auseinander. Uns Kindern gefiel so eine Vorstellung.
Das Wetter am 08. März 2021 Heute  Morgen lagen die Temperaturen bei ca. +1°C. Bei wolkenlosen Himmel, strahlte die Sonne schon ab  Die Tageshöchsttemperaturen lagen bei +6°C. Der Tag ließ die trüben und ungemütlichen Tage vom Wochenende vergessen. Um die Mittagszeit nutzten Gisela Goedecke und Hildegard Wilke diesen verlockenden Frühlingstag  . den frühen Morgen. Kam der Wind noch aus westlicher Richtung , drehte er dann auf Südost und war mäßig aber frisch.   um mal wieder frische Luft zu schnuppern. Auch andere Dörfler zog es nach Draußen.
letzte Aktualisierung  12. März  2021
Diese Seite wurde am 08. März 2021 erstellt!
Diese hatte in einer Wolmirstedter Feuerwehrschule einen Kursus dafür gemacht. Bei den von verschiedenen Stoffen entfachten Feuer, gestaltete sich das Löschen einer Stabbrandbombe? schwierig. Diese spritzte Funken umher, und die sie löschen wollten, ,,spritzten" auch auseinander. Uns Kindern gefiel so eine Vorstellung. Um den feindlichen Fliegern durch Ortung in der Dunkelheit, kein Ziel durch irgendwelche Lichtquellen ausfindig machen zu können, war eine absolute “Verdunkelung" befohlen. Mit Decken oder schwarzen Rollos wurden bei Dunkelheit die Fenster verdunkelt. Gustav Ihle war so etwas wie ein Luftschutzwart in Hemsdorf. Er ging abends die Straßen entlang und sah nach, dass ja kein Lichtstrahl nach draußen drang. Durch angeheftete Leuchtplaketten an der Kleidung, konnten sich die Leute im Dunkeln zu erkennen geben.
Wir Kinder graulten, wenn uns im dunklen Gang zwischen Harpkes und lhles , in Richtung von Tante Paula Behrends (Jacobczak) Kaufladen, eine unbekannte ,,Leuchtplakette" entgegenkam. Bis auf einen unfreiwilligen “Badeunfall" verlief alles geordnet. Das Bad im winterlichen Teich hatte Waltraud Ruloff in der Dunkelheit genommen. Sie war spät abends auf dem Weg zur Schule, um ihre Schwester Elfriede abzuholen. Wir Kinder bastelten dort noch Spielzeug für Weihnachten. Die Brillenträgerin Waltraud lief, von der Bergstraße kommend geradewegs auf den Teich zu und fiel rein in den ,,Modderdiek”. Schreiend, und ihrer Brille verlustig, fand sie aber wieder heraus. Nach diesem selbst miterlebten Geschehen, nun zurück zu den, was an Flugabwehr in der Nähe aufgebaut wurde. Es war eine Scheinwerferstellung auf der hohen Welle.
Die Scheinwerferstellung auf der „Hohen Welle“
Auf dem großen Luzernenfeld, dem Bauer Ledderboge gehörend, und in der Feldflur von Wellen gelegen, wurde der Scheinwerfer mit den zugehörigen Gerätschaften und Unterkünften aufgebaut. Die Stellung befand sich in meinem Hamsterfanggebiet, störte aber nicht beim Fallen stellen. Ich durfte in die Stellung gehen und mich mit den Soldaten unterhalten. Aus Langerweile bauten die “Landser" eine Art Gehege mit festen Unterboden und Erdfüllung darauf. Nun fingen sie einige Hamster, setzten sie ein, und hatten ihren Spaß an ihrem ,,Zoo". Von langer -Dauer war die Installation der Stellung an ihrem dortigen Ort nicht. Sie lag auf dem Hügel der hohen Welle, frei von allen Seiten zu erkennen, schutzlos wie auf dem Präsentierteller. Sie wurde abgebaut. Es muss wohl im Herbst-, Winter 1944 gewesen sein, als eine weitere Scheinwerferstellung, unweit vom Ort an der Chaussee, auf dem Acker von Reinhold Spieß , aufgebaut wurde, die aber nicht mehr zum Einsatz gekommen ist. Die Geschichte um die Stellung, und deren Zerstörung, folgt später.
Die Luftabwehr
In den ersten Kriegsjahren flogen die Engländer wenige Tagesangriffe auf deutsches Gebiet. Das änderte sich mit dem Eintritt der USA in das Kriegsgeschehen. Konnten die deutschen Jagdflieger und die Flak den Engländern noch Paroli bieten, so war dieses mit dem Einsatz der amerikanischen Bomberverbände nur begrenzt möglich. Den Einsatz deutscher Jagdflugzeuge auf feindliche Bomberverbände haben wir von Hemsdorf aus öfter beobachten können. Die Besatzung einer “fliegenden Festung" konnte sich, nach deren Abschuss, durch den Absprung mit dem Fallschirm retten. Ein Amerikaner schwebte mit seinem Schirm unweit hinter Raeckes Gartengrundstück auf dem Acker nieder. Ich stand mit einigen anderen auf der Straße an Walter Werners Anwesen und habe es so gesehen. Walter Werner sah es auch, griff eine Mistgabel, rannte die Straße hinunter zum Acker. Es dauerte gar nicht lange, da hatte er den Ami ,,gefangen genommen" und kam mit ihm die Straße hoch. Dieser hatte seinen Fallschirm unter dem Arm geklemmt und beide gingen in Raeckes Büro , welches sich im „Turm“ [Kontor] befand. Auf einem der großen vor dem Turm liegenden Findlinge stehend, sah ich, wie der Amerikaner seine Pistole auf den Schreibtisch legte, unten aus der Hose ein großes Messer herauszog und es dazu tat. Vom Typ her, sah er einem Mexikaner ähnlich.
Der Bauer Walter Jacobs , mit geschultertem Gewehr, ging dann mit dem Gefangenen die Straße hoch, wahrscheinlich nach Dreileben zur Polizeistation . Ängstlich sah der erste Amerikaner den ich erblickte, überhaupt nicht aus. Sicher war er froh, lebend aus dem abstürzenden Flugzeug herausgekommen zu sein. Kamen die Feindflugzeuge bei Nacht, dann ging der Feuerzauber der Flak- Geschütze los. Die Lichtstrahlen der Suchscheinwerfer geisterten am Nachthimmel umher und bestimmten die Ziele für die Flak. Ab und zu griffen auch Nachtjäger die Bomber an. An den Ketten der von den Jägern und den Gejagten abgeschossenen Leuchtspurmunition konnte man es ausmachen. Auch wenn bei einem Nachtangriff auf Magdeburg, die leuchtenden Zielmarkierungsbomben, die ,,Weihnachtsbäume", abgeworfen wurden, sahen wir wie sie sich hell am Nachthimmel abzeichneten. Auf dem Schienennetz der Reichsbahn fuhren auch Flak- Züge auf denen eine ganze Batterie Geschütze standen, einschließlich aller Mannschafts- und Versorgungswaggons. Auf dem Stumpfgleis von Bahnhof Ochtmersleben stand kurzzeitig ein solcher Flak Zug. Als die Geschütze losballerten gab es einen gehörigen Krach. Es hieß, dass sie von dort einige Bomber getroffen hätten. An die tagsüber in unserer Nähe fliegenden Bomberverbände hatten wir uns gewöhnt. Von denen ging den Hemsdorfern keine Gefahr aus. Ein prächtiger Anblick war es, wenn die silbern glänzenden Maschinen der Geschwader vorüberzogen. Auf dem Rückflug vom Bombenabwurf auf Berlin kamen die meisten die wir sahen.
Eine Ausnahme gab es: Bei strahlendem Sonnenschein überflog im Februar/ März 1945 ein aus Süden kommendes Geschwader Hemsdorf . Es hieß hernach, dass ihr Bombardement Halberstadt getroffen habe. Den größten Luftangriff dessen Augenzeuge ich vom Hügel am Ende der Bergstraße wurde, war der vom 16. Januar 1945 auf Magdeburg . Der Himmel nach dem Angriff feuerrot, und bei eisigen Temperaturen kamen die Ausläufer des Feuersturms mit dem Ostwind herüber geweht. Viel verkohltes Papier wehte bis hin in unsere Feldmark und sank da zu Boden. Nach einem der ersten Angriffe im Herbst, zur Zeit der Kartoffelernte, wehte das erste Papier an. Wir Kinder lasen am Scheibenberg Kartoffeln auf, als es niedersank. Wie auf einem Negativ war darauf die Schrift noch lesbar.
In den letzten 2 Kriegsjahren setzten die Alliierten zum Kampf über dem Reichsgebiet Jagdbomber als Tiefflieger ein, darunter auch solche mit, Doppelrumpf (Typ Lightning? [Lockheed P-38]). Diese beschossen mit ihren Bordkanonen ausgesuchte Ziele und warfen kleinere Bomben ab. Sie schossen aber auch auf sich im Freien befindliche Personen. In meinen Schilderungen von der Bedeutung der Reichsbahn, und des Ochtmersleber Bahnhof für die Hemsdorfer, habe ich einen selbst erlebten Tieffliegerangriff niedergeschrieben.
Foto aus Wikipedia
Das Reisen mit der Bahn im Kriegsjahr 1944 Zum    Artikel [Nachzulesen auch in meinen Hemsdorfer Hefte:  “Für Hemsdorf das Tor zur Welt - der Bahnhof Ochtmersleben” und auf der Homepage: www.hemsdorfer-neuigkeiten.de [ http://www.hemsdorfer-neuigkeiten.de/bahnhof_1c.htm]]
Auch im März 1945 war die Scheinwerferstellung nahe Hemsdorf soweit fertiggestellt, dass sie kurz vor der Inbetriebnahme stand. Eines Tages kam der Ortsbeauftragte zu mir. Ich sollte mich gleich bei dem Offizier der Stellung melden. Der Offizier sagte, dass er und seine Soldaten nach Wanzleben müssten, um dort mit der Flak im Erdkampf gegen feindliche Panzer eingesetzt zu werden. Die Flak Helferinnen sollten sich im Ort einquartieren. Sie belegten die Wohnung meiner Tante Ilse Werner (heute Bergstraße 5). Wegen den Kriegswirren wohnte sie mit ihren 4 Kindern mit uns zusammen im “Langen Haus”.
Da waren dann die zwei Mütter, die Großmutter, und wir insgesamt 10 Kinder in unserer Behausung. Der Offizier teilte mir mit, dass er Befehl erhalten habe, die Stellung vor Einrücken der Feinde zu zerstören. Er, und seine Leute hätte wegen dem dringenden Einsatz in Wanzleben keine Zeit mehr dafür. Der Bürgermeister hatte ihm mitgeteilt, dass ich als Jungschaftführer des Hemsdorfer Jungvolk (Pimpfe, l0 - 14-Jährige, danach Hitlerjungen) die Aufgabe zu erfüllen hätte. Ich erhielt die Order von ihm, hauptsächlich den Scheinwerfer und das Radar- Ortungsgerät mit meinen Pimpfen zu zerstören. Er schenkte mir Flugzeugmodelle, die sie zu Erkennungszwecken da hatten, und das große stationäre Fernglas durfte ich mir vom Drehkranz abschrauben und mitnehmen. Meine Jungs" waren schnell zusammengerufen. Zu den Hemsdorfern Sigmar Meyenberg, Wilfried Goedecke, Gerhard Hosenthien und Horst Thormeyer kamen noch zwei Magdeburger Jungen .
Es ist heute unverständlich, mit welchem unbedingten Gehorsam dem nächsten Vorgesetzten gegenüber, wir schon als Kinder erzogen wurden. Das Zerstörungswerk begann nun mit Freude am “erlaubten" Kaputtmachen. Zuerst warfen wir mit Steinen das Glas und das dahinterliegende Spiegelglas des Scheinwerfers ein. Dann folgten das zertrümmern des Radargerätes und der Aggregate, sowie den übrig erachteten brauchbaren Gerätschaften, welche dem Feind nicht in die Hände fallen sollten. Für uns in der Schulzeit anerzogenen Hitler- Gläubigkeit, waren die aus dem Westen anrückenden Engländer und Amerikaner eben Feinde.
Hier zum besseren Verstehen eine Wiederholung:
Ein Interessanter Artikel aus der Volksstimme von 2003.
Aufnahme von M&M Bennewitz. Aufnahmeort nicht bekannt. Mit diesem Zug war möglicherweise Gustav Strumpf irgendwo im Kriegsgebiet unterwegs.
Die Bürgermeister der Ortschaften erhielten nun den Befehl, Panzersperren gegen die anrückenden feindlichen Panzer zu errichten. Es blieb nun den Verantwortlichen überlassen, welche Art Absperrungen sie errichten wollten. Über das, was den Hemsdorfer Granden einfiel, kann man nur lachen und den Kopf schütteln. Ein mit Schutt beladener Ackerwagen wurde auf der Straße auf dem Rüsterberg quergestellt, sollte als “Bollwerk” die Panzer aufhalten. (Auch in der Schilderung von Harry Brinck für die Chronik nachzulesen.) Die Ochtmersleber haben am Ortseingang der vom Bahnhof kommenden Chaussee, Schienen und Schwellen senkrecht eingegraben.
Von der „Hohen Welle“, die zwischen der Schrote und der Chaussee von Kl. Rodensleben nach Gr. Rodensleben liegt, hat man einen guten Blick in alle Richtungen, bis hin zum Dom zu Magdeburg.
Reichspropagandaminister Goebbels, nach dem Attentat auf Hitler 1944, ,,Generalbevollmächtigter für den totalen Kriegseinsatz", hatte nach seiner ,,Durchhalte Rede: Wollt ihr den totalen Krieg", die Ermächtigung zur Landesverteidigung mit allen Mitteln erhalten. Die Jungen und Mädchen ab Jahrgang 1928 wurden als Marine - oder Flak Helfer, -rinnen eingezogen und uniformiert den Einheiten zugeteilt, Hitlerjungen zu Schanzarbeiten eingesetzt. Zur Verteidigung der deutschen Reichsgebiete wurde in den letzten Kriegsmonaten der Volkssturm aufgestellt. Die Gruppen aus überwiegend älteren Männern und Jugendlichen ab 16 Jahren wurden mit Handfeuerwaffen und Panzerfäusten ausgerüstet und der Wehrmacht unterstellt. Im Kampf gegen die Rote Armee nahmen sie in Pommern und Schlesien noch teil, aber im Westen nur vereinzelt. Mit den wenigen Leuten die aus Hemsdorf infrage kamen, war das nicht möglich. Es hat aber geheißen, dass Gutsbesitzer Georg Raecke , als ehemaliger Offizier, den Befehl erhielt, einen Volkssturm mit Leuten aus den umliegenden Dörfern zu bilden. Hätte man mich als 14- Jährigen gerufen, dann wäre ich, ohne Wenn und Aber, gegangen. Die Erziehung in der Schule, durch unseren ,,Ober Nationalsozialistischen" Lehrer Herwart Banse , nicht vom Elternhaus her, hatte die Gesinnung hierzu: ,,Führer befiehl, wir folgen dir" fest in mein Bewusstsein eingeprägt.
Fortsetzung folgt noch ein bisschen Geduld Hier Teil 3 Hier Teil 3